HANNOVER. Immer mehr Menschen nutzen Partnerbörsen im Internet, um die große Liebe zu finden. Gerade zum Valentinstag steigen die Zugriffszahlen. Doch was so praktisch und komfortabel daherkommt, hat seine Tücken: Fragwürdige Leistungen, überhöhte Rechnungen oder ungewollter Abo-Abschluss. Oft endet die Suche nach einem Partner/ einer Partnerin mit Enttäuschung und Geldverlust. Die Verbraucherzentrale hat sich mit dem Thema befasst und gibt folgende Tipps:

1. Vertragspartner kennen
Einen Blick in das Impressum werfen: Sitzt der Anbieter im Ausland, ist es oft mühsam, Rückzahlungsansprüche durchzusetzen. Insbesondere, wenn ein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat, etwa in der Schweiz oder in der Türkei.

2. Leistungen checken
Verbraucher sollten vorab prüfen, welche Leistungen sie tatsächlich erwarten können: Werden passende Partnervorschläge übermittelt oder nur Zugang zu einem Portal gewährt, um selbst nach einem Partner zu suchen? Bei manchen Online-Dating-Plattformen kommunizieren auch Mitarbeiter des Anbieters anstelle echter Singles. Aufschluss geben die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).

3. Vorsicht bei kostenloser Mitgliedschaft und Testangeboten
Kostenfreie Mitgliedschaften ermöglichen in der Regel keinen Austausch mit anderen Partnersuchenden und sind daher nutzlos. Auch bei Testangeboten wie „1 Euro für 14 Tage“ sollten Verbraucher vorsichtig sein. Diese Verträge verlängern sich nach Ablauf der Testphase oft in teure Mitgliedschaften. Da die Bankdaten vorliegen, wird der Folgebetrag einfach abgebucht.

4. Laufzeit richtig wählen
Je länger die Laufzeit, desto günstiger der monatliche Beitrag. Aber: Gefällt das Angebot nach ein oder zwei Monaten nicht mehr, sind Kunden an die Vertragslaufzeit gebunden. Wer eine kurze Laufzeit wählt, kann ohne großes finanzielles Risiko sehen, ob ein Angebot den Vorstellungen entspricht.

5. Vertrag rechtzeitig kündigen
Viele Verträge sehen eine automatische Verlängerung vor. Nutzer sollten daher immer die AGB prüfen und gegebenenfalls rechtzeitig kündigen – am besten zeitnah nach Vertragsschluss und per Einwurf-Einschreiben. Das Kündigungsschreiben muss bis zum Kündigungstermin beim Anbieter eingegangen sein.

6. Nicht sofort für den gesamten Zeitraum bezahlen
Einige Anbieter fordern, dass vorab für die gesamte Laufzeit bezahlt wird oder fordern eine hohe Anzahlung. Besser ist eine monatliche Zahlweise – auch, wenn sie etwas teurer ist. Im Streitfall müssen Verbraucher ihrem Geld nicht hinterherlaufen.

7. Frist für Widerruf beachten
Wer nach ein paar Tagen merkt, dass das Angebot nicht den Erwartungen entspricht, kann den Vertrag innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsschluss widerrufen.

8. Kleingedrucktes zum Datenschutz genau lesen
Manche Anbieter behalten sich vor, Profile auch auf weiteren Portalen zu verwenden. So wäre es möglich, dass ein Profil auch auf einer Erotikplattform zu finden ist, bei der sich der Nutzer nie angemeldet hat. Von solchen Angeboten sollten Verbraucher Abstand nehmen.

9. Daten löschen lassen
Alle persönlichen Daten sollten nach Vertragsende gelöscht werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, fordert den Anbieter ausdrücklich dazu auf und lässt sich die Datenlöschung schriftlich bestätigen.

10. Rechtliche Beratung der Verbraucherzentralen nutzen
Fordert der Anbieter nach Widerruf oder Kündigung hohen Wertersatz, sollten Verbraucher diesen nicht voreilig zahlen, sondern sich rechtlich beraten lassen.

Weitere Tipps, auch zur klassischen Partnervermittlung, unter:

www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/themen/internet-telefon/valentinstag-12-tipps-fuer-die-partnersuche

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.