HANNOVER. In einem bundesweiten Marktcheck haben die Verbraucherzentralen Preise von 600 seriösen Schlüsseldiensten erhoben. Mit Hilfe der Kostenübersicht können sich Verbraucher ein besseres Bild davon machen, welche Preise in ihrem Bundesland angemessen sind. Unseriöse Dienste werben häufig mit günstigen Preisen ab 9 Euro für eine einfache Türöffnung, verlangen vor Ort dann aber drei- bis vierstellige Beträge. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen fordert Google auf, Anzeigenkunden stärker zu kontrollieren und unseriösen Anbietern keine Plattform für Werbung zu bieten.

Fragwürdige Angebote und überhöhte Preise bei Schlüsseldiensten sind immer wieder ein Ärgernis. In einer repräsentativen Umfrage im Herbst 2017 haben die Verbraucherzentralen die Preise einer einfachen Türnotöffnung ermittelt. „Die Ergebnisse machen deutlich, was eine Türöffnung kosten darf und wo Abzocke beginnt“, sagt Sabine Oppen-Schröder von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Betroffene können sich bei der Preisvereinbarung und bei der Bewertung der Rechnung daran orientieren.

Bundesweit sind rund 600 Schlüsseldienste befragt worden, was die Öffnung einer lediglich ins Schloss gefallenen Tür an einem Werktag, tagsüber – inklusive Anfahrt aus der näheren Umgebung – kostet. Ermittelt wurde auch, was die Öffnung nachts oder an einem Sonn- oder Feiertag maximal kostet. In Niedersachsen liegen die Preise durchschnittlich bei 70 Euro (werktags, tagsüber) sowie 110 Euro (nachts, sonn- oder feiertags). Damit liegt Niedersachsen im Mittelfeld: Bundesweit kostet eine Türöffnung durchschnittlich 70 Euro beziehungsweise bis 115 Euro. Besonders günstig können Verbraucher ihre zugefallene Tür in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern wieder öffnen lassen. Am teuersten ist es in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg.

„Wer diese Preise kennt, kann bei den Rechnungen mancher Schlüsseldienste nur den Kopf schütteln“, sagt Oppen-Schröder. Sie rät Verbrauchern, bereits bei der Suche nach Schlüsseldiensten genau hinzuschauen, insbesondere im Internet. Die ersten Treffer bei Google sind in erster Linie Anzeigen, die oft mit Lockangeboten und einer kostenlosen 0800er-Nummer werben. „Wir raten Betroffenen, nicht gleich die erstbeste Adresse zu wählen, sondern nach lokalen Anbietern zu suchen“, so die Beraterin.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen sieht jedoch auch Google in der Pflicht: Anzeigenkunden sollten stärker überprüft und bei zunehmenden Beschwerden gesperrt werden. Die Ergebnisse des Marktchecks und Tipps für den Umgang mit Schlüsseldiensten gibt es im Internet unter www.verbraucherzentrale.de/schluesseldienste

 

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.