Klinikum Peine: ver.di spricht sich für kommunale Lösung aus 

Medizin Von Extern | am Di., 21.01.2020 - 20:50

CELLE/PEINE. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) spricht sich in der anstehenden Entscheidung über den möglichen Verkauf des Klinikum Peine für die kommunale Lösung aus. Das Klinikum gehört derzeit zum AKH Celle. „Öffentliche Daseinsvorsorge gehört in öffentliche Hand, nicht in die Hände privater Klinikkonzerne“, mahnt der Braunschweiger ver.di-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller an. „Nach den schlechten Erfahrungen mit Privatkonzernen im Gesundheitswesen muss die Politik für das Klinikum Peine auf eine kommunale Trägerschaft setzen“, so der ver.di-Vertreter weiter.

Auch die verantwortlichen Landräte der Region, Celles Landrat Klaus Wiswe und Peines Landrat Franz Einhaus, hätten in Gesprächen gegenüber ver.di ihre Präferenz für die „Öffentliche Hand“ bekundet. In mehreren privaten Klinikkonzernen sehen sich die Beschäftigten laut ver.di derzeit heftigen Angriffen ausgesetzt. So habe Ameos in Sachsen-Anhalt mehreren Betriebsräten gekündigt, die sich als Gewerkschaftsmitglieder für eine bessere tarifliche Bezahlung engagierten. In Seesen verweigere Asklepios den Beschäftigten einen Tarifvertrag und gehe mit Einschüchterungsversuchen gegen rechtmäßige Streiks vor. 

„Die Politik ist in der Verantwortung, eine langfristig gute Entscheidung für alle Klinikbeschäftigten und seine Patienten zu treffen“, betont David Matrai, Gesundheitsexperte bei ver.di Niedersachsen-Bremen. „Es darf deshalb nicht allein nach dem Kaufpreis gehen, eine gute und breit aufgestellte Gesundheitsversorgung gibt es nicht zum Nulltarif“, ergänzt Matrai. Positiv stimmen ver.di jüngste Signale politischer Entscheidungsträger. So habe sich der Braunschweiger Oberbürgermeister Ulrich Markurth auf dem Neujahrsempfang seiner Stadt ausdrücklich zur Verantwortung für das Klinikum Peine bekannt.