HANNOVER. Der Einzelhandel in den niedersächsischen Innenstädten und Ortskernen steht vielfach in Konkurrenz zum großflächigen Einzelhandel auf der grünen Wiese und dem zunehmenden Onlinehandel. „Pulsierende Innenstädte sind nicht nur für die Nahversorgung in Niedersachsen wichtig, sondern sie sind auch Grundlage der Attraktivität von Kommunen und damit ein entscheidender Standortfaktor für die Wirtschaft“, sagt Dr. Susanne Schmitt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen.

„Deswegen ist der innerstädtische Einzelhandel zu fördern. Dies kann zum Beispiel durch die gezielte Steuerung von großflächigen Einzelhandelsvorhaben erfolgen, wie es die Änderungsverordnung des Anfang 2017 beschlossenen Landes-Raumordnungsprogramms jetzt besser ermöglicht.“

Konkret geht es darum, Einzelhandelsvorhaben mit einer Fläche größer als 800 m2 an den fünf Raumordnungszielen Kongruenzgebot, Konzentrationsgebot, Integrationsgebot, Abstimmungsgebot und Beeinträchtigungsgebot kritisch zu prüfen. „Bei dieser Prüfung geht es nicht darum, Ansiedlungen auf der grünen Wiese grundsätzlich zu verhindern, sondern um eine kluge Steuerung mit dem Ziel über die Mittel der Raumordnung den innerständischen Handel in seinem Wandel zu begleiten und die Nahversorgung gerade in den ländlichen Regionen sicherzustellen“, bilanziert Eckhard Lammers, Sprecher Raumplanung und Regionalpolitik der IHK Niedersachsen.

Dabei ist es Aufgabe der Politik sicherzustellen, dass die Ziele und die Grundsätze der Raumordnung landesweit beachtet werden. Dies gilt auch, wenn Projekte über die Landesgrenze hinaus Wirkung haben. Es liegt in der Verantwortung der Kreise und kreisfreien Städte, schädliche Auswirkungen neuer Einzelhandelsgroßprojekte auf bestehende Strukturen zu vermeiden. Dies kann beispielsweise in den Regionalen Raumordnungsprogrammen festgelegt werden. Auf kommunaler Ebene sollten eine laufende Beobachtung des lokalen Einzelhandels sowie die Erstellung kommunaler Einzelhandelskonzepte und eine vorausschauende Planung erfolgen. Besonders wichtig ist die Sicherstellung der Nahversorgung im ländlichen Bereich. Denn ohne Nahversorgung ist oft auch die Grundversorgung durch andere Dienstleistungen gefährdet. Innovative Lösungsansätze können dazu beitragen, Lebensqualität und Zukunftsperspektiven auch im ländlichen Raum zu erhalten.

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