Versuchter Mord und andere Delikte - Hauptverhandlung beginnt

Polizei + Feuerwehr Von Redaktion | am Do., 10.09.2020 - 11:32

LÜNEBURG/CELLE. Am 11. September 2020 um 09:30 Uhr beginnt in  der 2. Jugendkammer des Landgerichts Lüneburg das Verfahren gegen einen Angeklagten im Alter von heute 19 Jahren wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Diebstahls mit Waffen.

Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte sich am Abend des 13.03.2020 in Celle, mit einem Butterflymesser bewaffnet, zur Wohnung eines Freundes des Opfers begeben und dort zunächst den Geschädigten zum Ausgleich von 20 Euro Drogenschulden aufgefordert haben. Nachdem dieser geäußert habe, dass er kein Geld bei sich habe, habe der Angeklagte aus Verärgerung dem Mann sein Cappy vom Kopf geschlagen und sodann, als der Celler ihn leicht weggeschubst habe, unvermittelt das mitgeführte Butterflymesser gezogen und mit diesem dem Opfer in die linke Seite gestochen. Der Angegriffene habe den Stich insoweit abwehren könne, als dieser nur bis zur Messerspitze eingedrungen sei. Der Angeklagte habe daraufhin, so die Staatsanwaltschaft weiter, mehrfach in Richtung Bauch des Geschädigten gestochen und diesen trotz dessen Ausweich- und Abwehrbewegungen erneut auf der linken Körperseite in Höhe der Brust getroffen.

Im Zuge eines anschließenden Gerangels habe der Angeklagte weiterhin versucht, auf den Verletzten einzustechen, auch in Richtung des Halses. Schließlich sei es ihm gelungen, den Angeklagten zu überwältigen und in die Flucht zu schlagen. Das Opfer habe mehrere Stich- und Schnittverletzungen im Rückenbereich und durch Abwehrbewegungen an der rechten Hand erlitten und habe sich in die Notaufnahme des AKH Celle gebracht und dort stationär behandelt werden müssen. Am selben Abend sei der Angeklagte, weiterhin mit dem Butterflymesser bewaffnet, nochmals zu der Wohnung zurückgekehrt, um dort sein Cappy und seine Brille zu holen. Dabei habe er die Bauchtasche des Geschädigten nebst Inhalt, die während des vorangegangenen Gerangels abgerissen war, ohne den Willen des Geschädigten an sich genommen, um möglicherweise sich darin befindliches Bargeld oder sonstige Wertsachen für sich zu behalten. Der Angeklagte befindet sich in Untersuchungshaft.