VfL Westercelle holt Goldmedaillen bei Internationalen Kodokan Open

Sport Von Extern | am Di., 11.02.2020 - 14:36

NORDERSTEDT. Vom 08.-09.02.2020 starteten 292 Ju-Jutsuka aus 57 Vereinen und 10 Ländern bei den Internationalen Kodokan Open in Norderstedt. Bis auf die German Open, ist dieses Turnier eine der wenigen Möglichkeiten in Deutschland, sich mit internationalen Spitzenathleten im Ju-Jutsu zu messen. Vom VfL Westercelle waren dieses Mal vier Kämpfer/Innen mit dabei.

Andreas Scholl startete in der Klasse U12 bis 38 kg. Die drei Vorrundenkämpfe und das Halbfinale konnte er weitestgehend überlegen gestalten und diese vorzeitig mit Full Ippon oder nach Punkten gewinnen. Im Finale traf er dann auf einen Kämpfer vom ausrichtenden Verein. Den Beginn verschlief Scholl völlig und geriet schnell mit 1:8 in Rückstand. Nach Anweisungen vom Trainer in einer kurzen Unterbrechung setzte er den Kampf konzentrierter fort. Mit einer schnellen Schlagkombination holte er sich einen Ippon in Part I (Atemis), mit einem sofortigen Übergang in eine O-Uchi-Gari (Große Innensichel) einen Ippon in Part II (Würfe) und konnte das Finale mit einem Juji-Gatame (Armstreckhebel) noch mit Full Ippon für sich entscheiden.

In der Klasse U14 bis 34 kg konnte sich Justin Gramlich gegen Kämpfer aus Norderstedt und Holland ebenfalls für das Halbfinale qualifizieren. Hier war er zwar nicht in der Lage seinen Kontrahenten aus Rottorf sauber zu werfen, setzte sich aber mit klareren Treffern in Part I mit 11:5 Punkten durch. Im anschließenden Finale ließ er gegen einen Belgier nichts anbrennen und gewann am Ende mit 10:1 Punkten die Goldmedaille.

In der U16 bis 60 kg traf Marc Marx in seinem ersten Kampf auf einen Ju-Jutsuka aus Antwerpen. Gegen dessen Reichweitenvorteile fand Marx kein Rezept. Zwar versuchte er immer wieder, durch schnelle Angriffe die Distanz zu überbrücken, jedoch konnte der Belgier seine Vorteile clever nutzen und den Kampf nach Punkten gewinnen. Seinen zweiten Kampf begann Marc druckvoll und gestaltete diesen vorerst ausgeglichen. Durch eine gegnerische Haltetechnik geriet er dann allerdings in Rückstand, den er bis zum Schluss gegen den Kämpfer aus Rottorf nicht mehr aufholen konnte. Am Ende belegte er den 7. Platz.

Als letzte Westercellerin ging Kristin Raddatz an den Start. In der Klasse U16 bis 57 kg traf auch sie auf eine Ju-Jutsuka aus Rottorf. Gegen diese fand die Cellerin keinen Zugang. Ihre Gegnerin war gedankenschneller und gewann knapp mit 6:5 Punkten. Mit viel Ärger im Bauch, begann Raddatz den zweiten Kampf gegen eine Hamburgerin entsprechend aggressiv. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dessen Verlauf Kristin sich einen Punktevorsprung erarbeiten konnte, den sie bis zum Schluss nicht mehr hergab. Gegen ihre letzte Kontrahentin, aus Holland, hatte sie beim Europacup in Amersfoort (NL) noch wegen Fehlentscheidungen des Kampfrichters unglücklich im Finale verloren. Dementsprechend motiviert setzte sie die Holländerin von Beginn an unter Druck und konnte vor allem durch Atemis und Haltetechniken punkten. Beim Punktestand von 18:10, 20 Sekunden vor dem Ende, verlor ihre Gegnerin die Nerven, traf sie hart im Gesicht und wurde dafür disqualifiziert. So konnte Kristin trotz Anfangsniederlage noch den zweiten Platz belegen. Mit zwei Goldmedaillen und einmal Silber belegte der VfL den 12. Platz im Medaillenspiegel und war damit die beste Mannschaft aus Niedersachsen.