VHS: "Vernetzen ist das A und O für Migrantinnen"

Gesellschaft Von Extern | am Do., 14.10.2021 - 15:38

CELLE. Individuelle Beratung über berufliche Möglichkeiten erhielten neun Frauen aus sechs Ländern beim „Info-Café“ für Frauen mit Flucht- und Migrationshintergrund. Gastgeber war das Projekt TAF – Teilhabe am Arbeitsmarkt für Geflüchtete im Saal der vhs Celle.

„Wir freuen uns, das Info-Café bei uns zu Gast zu haben und mit den Frauen über ihre beruflichen Perspektiven sprechen zu können.“ Dunja Djamrak, Mitarbeiterin beim Projekt TAF - Teilhabe am Arbeitsmarkt für Geflüchtete, begrüßte vergangenen Freitag neun Frauen aus sechs Ländern sowie die Veranstalterinnen des Info-Cafés: Ulrike Brinken von der Koordinationsstelle Migration und Teilhabe im Landkreis Celle, die Beauftragte für Chancengleichheit, Dyana Mieske-Borchers vom Jobcenter und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Celle, Afshan Ahmed. 

Seit vier Jahren besteht mittlerweile das „Info-Café“ für Frauen mit Flucht- und Migrationshintergrund, das einen Austausch und eine individuelle Beratung in vertrauensvoller Atmosphäre ermöglicht. Die Veranstaltung wird in regelmäßigen Abständen bei unterschiedlichen Gastgeberinnen und Gastgebern durchgeführt. Dieses Mal sprachen die Frauen im Saal der vhs Celle über ihre Bildungs- und Erwerbsbiographien. Vier Lehrerinnen mit Berufserfahrungen in ihren Heimatländern, zwei Ökonominnen, eine Germanistin, eine Studentin, die durch die Flucht ihr Studium abbrechen musste, sowie eine Hausfrau, die jetzt hier in die Berufstätigkeit einmünden möchten, berichteten über ihre Erfahrungen. 

„Ein Hauptanliegen der Frauen war, wie sie ihre im Ausland erworbenen Qualifikationen und Kompetenzen hier in Deutschland nutzen und in unsere Gesellschaft einbringen können“, so Evelyn Rzymelka, Leiterin des Projekts TAF, deren Team im Rahmen des TAF-Projekts bereits rund 800 Menschen mit Fluchthintergrund beraten und bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt unterstützt hat. Die Themen des Info-Cafés reichten von der Frage, welche Ausbildungen jetzt sinnvoll und möglich wären, bis hin zum Wunsch, in Deutschland ein Kulturcafé zu gründen.  

Die Veranstalterinnen erörterten Ansatzpunkte und Möglichkeiten und gaben individuelle Informationen und Hinweise. „Wir werden weiterführende Gespräche und Kontakte innerhalb des Jobcenters und der Arbeitsagentur herzustellen“, versprach Dyana Mieske-Borchers. Karina Ibrahimova, Integrationsbeauftragte in Winsen/Aller, Dunja Djamrak vom Projekt TAF und Afshan Ahmed erzählten anhand der eigenen Berufsbiographie, wie es ihnen gelang, aus dem Ausland kommend, hier beruflich Fuß zu fassen und in neue Arbeitsbereiche zu gehen. „Kontakte knüpfen und sich vernetzen sind das A und O für die berufliche Integration von Migrantinnen“, so Ibrahimova. 

Das Konzept des Info-Cafés für Frauen, in lockerer Runde individuell Informationen zu geben, wurde von den Teilnehmerinnen sehr positiv aufgenommen. Aufgrund der guten Resonanz wünscht sich das TAF-Team eine Wiederholung im nächsten Frühjahr.

„Wir brauchen mehr Begegnungsräume gerade für geflüchtete Frauen, um ihre berufliche Integration zu unterstützen“, betont TAF-Beraterin Dunja Djamrak. Sie bietet seit einem Jahr jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr den Frauentreff „Mein Weg zum Traumjob“ an. Aufgrund der Corona-Bedingungen ist eine vorherige Anmeldung erforderlich unter (05141) 208 75 06 oder per Mail an d.djamrak@vhs-celle.de. Das Treffen findet in den Räumen der vhs Celle, Trift 17, statt. 

Text: Martina Hancke