„Viel Glück damit und viele schöne Lämmer“ - Bockauktion in Müden lockt breites Publikum

MÜDEN. „Na klar bin ich aufgeregt. Das ist der Tag, auf den wir das ganze Jahr hingearbeitet haben“, sagt Ute Leimcke-Kuhlmann vom Heidschnuckenhof Niederohe noch schnell in eine Fernsehkamera. Dann geht es los mit der Prämierung bei der 70. Heidschnuckenbockschau mit Versteigerung. Seit 6 Uhr sind die aktiven Teilnehmer auf den Beinen, haben ihre Tiere in den Pferchen auf dem Parkplatz am Heidesee untergebracht, sie der Körkommission vorgestellt und hoffen nun auf eine gute Bewertung durch die Preisrichter. Und damit einhergehend auf einen guten Preis bei der anschließenden Auktion.
36 Böcke wurden heute Vormittag in drei Altersklassen prämiert. Die Tiere sind alle zwischen Januar und März 2018 geboren und stammen aus sieben Zuchtbetrieben zwischen Hamburg-Harburg und Hannover, genauer gesagt aus dem alten Regierungsbezirk Lüneburg. Bei der vorausgehenden Körung werden die Böcke mit Noten zwischen eins und neun bewertet. Bemuskelung, Fellqualität und die „äußere Erscheinung unter Berücksichtigung der Eignung zur Landschaftspflege“ werden dabei separat unter die Lupe genommen.

Mit drei mal Note acht sticht Bock Nr. 36 vom Verein Schäferhof Neuenkirchen hervor. Der 95 kg schwere Heidschnuckenbock darf sich seit heute mit dem Titel „Mr. Müden“ schmücken. Für 1200 Euro wechselt er bei der anschließenden Auktion den Besitzer. Zweitplatzierter „Reserve-Siegerbock“ wird Nr. 9 vom Züchter Gerhard Oehlers aus Lauenbrück.

Fachpublikum aus der ganzen Region, aber auch interessierte Besucher aus der näheren Umgebung mischen sich im Publikum. Wer zu den Insidern gehört, unterhält sich über „Rahmen, Fundament und Gehörn“. Andere kommentieren das Geschehen mit mehr oder weniger humorigen Aussprüchen: „Die ham kein' Bock“, bemerkt ein Besucher in Anbetracht der Böcke, die sich in die Prämierungsarena begeben sollen, dazu aber freiwillig kaum zu bewegen sind.

Die 70. Ausgabe der Müdener Bockauktion stößt auch auf großes Medieninteresse. Deren Vertreter zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie in der Arena meistens im Weg stehen - sowohl aus Sicht des Publikums wie auch der Böcke. „Das ganze Fernsehteam mal zur Seite“, kommandiert Auktionator Dieter Bockhoff, der Blickkontakt zu einem Bieter in der ersten Reihe hinter der Absperrung sucht. Die Lücke nutzt auch der Bock und präsentiert sich direkt vor dem anvisierten Kaufinteressenten. „Siehste, der will doch zu euch“, freut sich Bockhoff über ein erneutes – und letztes Gebot. „Zum Ersten, zum Zweiten....“ Der Hammer fällt. „Viel Glück damit und viele schöne Lämmer“, wünscht der Auktionator dem Käufer der Nr. 37, bevor es weitergeht, mit dem nächsten Prachtexemplar von Schnuckenbock.