HERMANNSBURG/AUTERIVE. Seit 38 Jahren pflegt die Gemeinde Hermannsburg, jetzt Südheide, den Austausch mit Auterive, nahe Toulouse gelegen. Und selbst nach dieser langen Zeit, wenn der Hermannsburger Verein zur Pflege Internationaler Beziehungen unter seinem Vorsitzenden Markus Nietzke zur alle zwei Jahre stattfindenden Fahrt einlädt, ist mit 32 Teilnehmern ein ungebrochenes Interesse an der Begegnung mit langjährigen Freunden zu verzeichnen. Unabdingbar dabei ist, dass diese Art der Völkerverständigung an die junge Generation weitergegeben wird.

Zehn Schülerinnen des Christian-Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Dr. Annette Busch sind jetzt Botschafterinnen des Gastlandes. Sie berichten freudestrahlend über die enorm große Gastfreundschaft, die typische und besonders herzliche Begrüßung jedes Mal, wenn die Gruppe sich getroffen hat (das „Küssen“), lange und vor allem große, mehrgängige Mahlzeiten, mit Baguette, Käse und Schokoladenkuchen, gute und interessante Unterhaltungen mit ihren Gasteltern über Frankreich und Deutschland im Vergleich, Politik und die Gesellschaft, tolles Wetter und damit einhergehendes Baden im Fluss in Auterive und den Besuch der eindrucksvollen Städte Toulouse und Auch. Auch, die Hauptstadt des Départements Gers, beeindruckte mit seiner pittoresken Innenstadt und einem Chorgestühl aus dem 16. Jh. in der Kathedrale.

Die Gemeinde Auterive betreibt ein seit 1929 existierendes kleines Wasserkraftwerk, das immerhin 3000 Haushalte in Auterive mit Strom versorgt. Umgeben von interessierten Eseln waren die Teilnehmer auf einer Eselfarm, auf der eine seltene Eselart der Pyrenäen gezüchtet wird. In einem Museumsdorf, in dem uralte Schmiede- und Backkunst vorgeführt wird, konnten alle Mitreisenden auf engen Schulbänken mit tintegetränkten Federn Schönschreibübungen machen. Begeisterte Teilnehmer, Schülerinnen, die ihre Sprachkenntnisse erproben und aufbessern konnten und nicht das letzte Mal in Frankreich gewesen sind. Durch Austausch können Vorurteile überwunden werden, Freundschaften entstehen, die oft Jahre halten und dazu führen können, dass Menschen auch beruflich mit dem anderen Land in Kontakt treten möchten.

„Auch wir Jugendlichen konnten uns gut unterhalten, und wenn die Worte fehlten, ging das mit Händen und Füßen“, so die Hermannsburger Schülerinnen. Und allen, die noch nicht an der Fahrt teilgenommen haben, raten sie: „Also an alle Jugendlichen: Traut euch und fahrt mit, man erlebt viele interessante und besondere Dinge!“

Text: Dr. Annette Busch

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