CELLE. Die wohlmeinende Metapher von den „Geburtshelfern Gottes“, die Pastor Kurmeier in seiner Einführungsrede heranzog, war möglicherweise etwas zu hoch gegriffen. Aber dennoch zeigte sich wieder einmal, zu welchen Klangfarben dieser Celler Traditionschor unter der Leitung von Stephan Heib fähig ist. Spätestens beim Ave Maria „von Franz Schubert‘“ – arrangiert für Chor und Solo von Stephan Heib – ergriff die Stimmung auch das Publikum, das seinen Höhepunkt bei den beiden „Ave verum corpus“ von W, A, Mozart und E. Elgar fand. Wie glücklich kann sich ein Chor schätzen, wenn er für seine Konzerte eine so erfrischende Stimme wie die der Sopran-Solistin Sandra Graß gewinnen konnte. Besonders schön gelang die Interpretation des Chorwerkes „Panis angelicus“ (Engelbrot) in der Fassung von Caesar Franck.

Das besondere Arrangement, schöne Weihnachtslieder neben klassische Musik zu stellen, gelang Stephan Heib auch dieses Mal hervorragend, wobei er sich nicht zu schade war, auch einen liebevollen weihnachtlichen Musicalsong mit in den Spannungsbogen von Gregorianik bis Musical einzufügen. Die musikalischen Highlights in allen Konzerten sind seine musikalischen Beiträge, mal an der Orgel, mal am Klavier. So auch dieses Mal das „Italienische Konzert“ von Johann Sebastian Bach, das er mit gewohnter Virtuosität vortrug. Die Begeisterung des Konzertpublikums wollte auch nach der zweiten Zugabe nicht enden. So war das Konzert für Publikum und Ausführende frei nach des Pastors Worten ein wunderbares Erlebnis.

Text: Eva Maria Storr

 

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