Volkstrauertag in Müden: Gedenken an Soldaten und Kriegsgefangene

Gesellschaft Von Extern | am Di., 17.11.2020 - 15:04

MÜDEN/ÖRTZE. Zum fünften Mal fand in diesem Jahr, nach der offiziellen Veranstaltung zum Volkstrauertag vor der Müdener ev.-luth. St. Laurentius Kirche, eine kleine Gedenkfeier auf dem alten Friedhof am Neuen Damm statt. Dort liegen Grabtafeln, die auf Russen, Ukrainer und Polen hinweisen, die in Müden durch die bzw. in den Kriegen umgekommen sind. Über die beiden Veranstaltungen berichtet Hans-Dietrich Springhorn, Müdener und Mitinitiator der Veranstaltung am alten Friedhof: "Im letzten Jahr war zu spüren, dass die Menschen in unserer Gemeinde von den Kriegen in der Welt, den Anschlägen in Deutschland und den rechten Wahlergebnisse in den neuen Bundesländern betroffen und erschrocken waren. Pastor Blümcke hatte dieses Gefühl in seiner Predigt in der Müdener Kirche sehr gut zum Ausdruck gebracht. Dieses Jahr war alles nicht viel besser, denn die Corona-Pandemie lag wie eine schwere Last über allem. Sehr eingeschränkt und reduziert - alle Anwesenden mit Maske und Abstand - fand der Gedenkgottesdienst im Freien auf dem Kirchvorplatz der St. Laurentiuskirche statt. Das schöne Wetter mit der Sonne war an diesem Sonntag ein kleiner aber angenehmer Ausgleich für alle Teilnehmer.  

Nach der offiziellen Gedenkfeier machte sich eine kleine, Gruppe mit dem Ortsvorsteher Volker Nickel auf den Weg zum Alten Friedhof am Neuen Damm. An den zehn Grabplatten, gleich am Eingang, verlasen Karin Chamberlain und Doris Artelt - 2016 waren sie die Initiatoren dieser kleinen Veranstaltung - ein kurzes Friedenszitat von Bertha von Suttner, die 1905 als erste Frau mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. 
„Der Weltfrieden ist keine Frage der Möglichkeit, sondern der Notwendigkeit. Es ist nicht das Ziel, sondern der normale Zustand der menschlichen Zivilisation. Wir dürfen nicht denken, dass wir diesen Zustand erreicht haben, solange wir noch von den Grausamkeiten der Kriege belastet sind. Die Höherentwicklung der Welt muss auf dem Weltfrieden basieren.“ Im Anschluss legten die Teilnehmer der Gedenkfeier kleine Blumengestecke nieder.