Volles Haus bei Hengstvorstellung des Landgestüts Celle in Adelheidsdorf

Sport Von Redaktion | am Do., 28.02.2019 - 12:22

ADELHEIDSDORF. In neuem Gewand fand vergangenen Freitag eine Hengstvorstellung des niedersächsischen Landgestüts Celle in der Hengstprüfungsanstalt in Adelheidsdorf statt. Mehr Zuschauerraum in der Reithalle und direkt daran anschließend ein großes Zelt, sollten für mehr Züchternähe sorgen, so die Idee von Landstallmeister Dr. Axel Brockmann. Mit weit über 1000 Zuschauern wurde diese Veranstaltung sehr gut angenommen. Hautnah dabei sein konnte man in der Tat jederzeit. Nicht nur in der Halle, als sich 14 dressurbetont und 12 springbetont gezogene Hengste des Landgestüts und der Kooperationspartner Matthieu Beckmann und Ingo Pape, Hemmoor, dem zuchtinteressierten Publikum zeigten, sondern auch jederzeit in der Vorbereitung.
Mit dabei, nun schon in dritter Generation zusammen arbeitend, war das Gestüt Hörem von Hubertus und Ferdinand Poll mit ihren Trakehner Veredlerhengsten Schwarzgold v. Imperio und Dezember v. Herakles. Mit Jürgen Knees, Alfeld Mulligan xx v. Polish Precendent xx war noch dazu ein schon etwas älterer, aber über Erfolge in der Vielseitigkeit verfügender Blüter vertreten. Im Gemeinschaftsbesitz des Landgestüts und der Station Pape befindet sich der Franklinsohn Fusionist, den Greta Heemsoth einmal mehr einfühlsam vorstellte und dem das Fachpublikum bescheinigen konnte, sich seit der Privatbeschälerschau sehr positiv weiter entwickelt zu haben.

Heemsoth musste an dem Abend auch gleich noch die verletzte Lena Stegemann auf Papes neuem Hengst V- Plus v. Vivaldi vertreten. Doch auch das löste sie mit Bravour und stellte diesen Fünfjährigen mit hervorragendem Schub aus der Hinterhand vor. Auf den springmäßig sehr vielversprechenden Cabo Verde v. Christian wird sein Reiter Alexander Ueckermann in Zukunft verzichten müssen. Dieser hoch talentierte Junghengst geht zur weiteren Ausbildung in den Stall von Eva Bitter und Marco Kutscher, steht den Züchtern aber über die Station Ankum weiterhin zur Verfügung.

Mit Catja Thomsen zeigte der typvolle Viscount v. Valentino, dass er sich neben gutem Springen auch überdurchschnittlich bewegen kann. Noch dazu vererbt er sich in beiden Sparten hervorragend, wie sein Sohn Viscerado mit Christopher Dittmann eindrucksvoll unter Beweis stellte. Rock Springs v. Rock Forever I und Da Costa v. Dimaggio sind zwei Hengste, die sich unter dem Sattel von Janina Tietze bestens präsentierten. Schwung, Schub und Raumgriff mit der nötigen Bergauftendenz lassen sie zu einer begehrten Offerte des Landgestüts werden. Mit Nechristo v. Negro und dem vermögenden Lissaro van de Hellesohn Labbadio hat Mike Habermann wieder zwei Zukunftshoffnungen für die schwere Klasse unter dem Sattel. Neben anderen war auch Labbadios Züchterfamilie Heimsoth, Wahnebergen angereist, um sich in das goldene Buch einzutragen.

In der schweren Klasse angekommen oder auf dem Sprung dahin sind die Hengste Livaldon v. Vivaldi, der ganggewaltige Quaterbacksohn Quaterhall und Emilio Sanchez v. Estobar NRW, allesamt vorgestellt vom 1. Hauptsattelmeister Wolfhard Witte. Mit seinen überaus raumgreifenden und schwungvollen Bewegungsabläufen sorgte Station Beckmanns Callaho's Benicio v. Belissimo M mit Jenny Johansson im Sattel für Begeisterung.

Auf immer mehr Schimmel scheint man bei den Springern zu setzen. Der Oldenburger Coumario v. Coupie mit Sven Rudolph und der Belgier Nairobi de Muze v. Elvis ter Putte mit Alexander Uekermann wussten über dem Sprung zu gefallen. Doch einer sorgte für Gänseehautfeeling der ganz besonderen Art. Celles weißer Riese Grey Top v. Graf Top und sein Reiter Heiko Tietze begnügten sich nicht mit der höchsten Einstellung des Ständers, nein, die hintere Stange des Oxers lag oben auf dem Ständer. Da ging ein Raunen durch die Zuschauerreihen, da wurde die Luft angehalten und Jubel brach aus, als das Paar im zweiten Anlauf, noch dazu mit gehörigem Sicherheitsabstand das Hindernis überwand. Zum Ausklang standen Züchter und Besucher noch lange im Zelt zusammen, fachsimpelte und ließen die Veranstaltung gemütlich ausklingen.

Text: Marianne Schwöbel