Dr. Detlef Fechner wird das Ernestinum verlassen. Auf den Direktor des Gymnasiums wartet eine neue Herausforderung mit einer Stelle als Leiter einer deutschen Schule in Tokio, die er am 1. August in der japanischen Metropole antreten wird. Die neue Aufgabe ist ein weiterer Baustein in der abwechslungsreichen Vita des Philologen, der bereits mehrmals im Ausland tätig war.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, so Dr. Detlef Fechner, werde er die Residenzstadt, die seit 1989 mit Unterbrechungen seine Wahlheimat war, verlassen. „Mit der Stelle in Tokio geht für mich ein beruflicher Traum in Erfüllung.“ Dennoch bedauert Fechner das Ende seiner Tätigkeit am Ernestinum, dem  Gymnasium mit altsprachlichem Zweig an der Burgstraße, wo er seit 1989 ebenfalls mit Unterbrechungen tätig war und das er seit 2009 geleitet hatte. „An dieser Schule herrscht ein ganz besonderer Geist des Miteinanders von Schülern und Lehrern und es ist immer wieder eine Freude zu sehen, wie die Schüler an dem mitarbeiten, was über die Lernpläne hinaus geht; aber auch, mit welcher Begeisterung hier alte Sprachen  mit Leben erfüllt werden.“

Das Ernestinum zu leiten sei die Herausforderung, eine traditionsreiche Schule mit einer fast 700-jährigen Geschichte zu verbinden mit den Anforderungen an ein modernes Gymnasium, das ein landesweit einzigartiges Fächerspektrum mit zehn verschiedenen Sprachfolgevarianten zu bieten hat, so dass Schüler aus anderen Landkreisen und Bundesländern eigens nach Celle kommen, um hier mit Sondergenehmigungen das Ernestinum zu besuchen. Fechner hat die Schule geprägt durch die Aufnahme von Chinesisch als AG sowie den Ausbau der  zahlreichen Kooperationen und Kontakte der Schule im Ausland, vor allem in China und Japan.

Für Tätigkeiten im Ausland hatte sich Fechner stets interessiert; so war er nach seiner Promotion in Alter Geschichte und dem Rigorosum mit dem Hauptfach Alte Geschichte und den Nebenfächern Latein und Griechisch, 1986 als Senior Lecturer tätig am Department of Classics der University of South Africa in Pretoria. Seine Lehrtätigkeit am Ernestinum  wurde von  Oktober 2003 bis Juni 2009 unterbrochen von seiner Aufgabe als Leiter der deutschen Abteilung im Galaboy-Gymnasium in Sofia. Zahlreiche  Lehr- und – Fachberatertätigkeiten sowie Fortbildungen Fechners fanden in Übersee oder in anderen europäischen Ländern statt.

Fechners Herz als zukunftsorientierter Philologe schlägt für die alten Sprachen und Alte Geschichte. „Wer etwa die Logik von Latein versteht, dem eröffnet sich eine abstrakte Denkweise, die ihm auch in anderen Fächern hilft. Die Auseinandersetzung mit Geschichte und Philosophie der Antike erleichtert das Verständnis, was unsere heutige europäische Kultur geprägt hat und formt politisches Urteilsvermögen.“

Das Ernestinum, betont Fechner, sei in Händen eines ausgezeichneten Teams der kollegialen Schulleitung und dem stellvertretenden Schulleiter Peter Mack sowie  einer Elternschaft, die stets mit der Schule an einem Strang ziehe. „Ich bedaure, dass ich das Ernestinum nun nicht mit in die evangelische Trägerschaft begleiten kann, einem Weg, der viele neue Entfaltungsmöglichkeiten bietet, um die Potenziale der Schüler zu fördern und zu fordern; aber auch ein Weg, der den Kindern die nötigen Leitplanken für ein Leben in Freiheit und Verantwortung gibt.“ Die weitere Entwicklung der Schule, verspricht der scheidende Schulleiter, werde er  aus der Ferne verfolgen.

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