Ja ja, eng war das im vergangenen Herbst. Je dichter der 21.Oktober 2018 rückte, umso mehr merkte man in den unterschiedlichen Parteien, dass die Wahl wohl ordentlich knapp ausgehen dürfte. Kein Vergleich mit unserer Nachbargemeinde im Mai 2019, in der der Amtsinhaber mit annähernd 70 Prozent der Stimmen für seine gute Arbeit in der Vergangenheit belohnt wurde. Nein, eine gereizte und unsichere Stimmung war zu verspüren und mancher wendete sich so deutlich, dass es nun auf der jüngsten Ratssitzung in Winsen zur Ausschüttung der längst überfälligen Lorbeeren kam.

Aber wie war das doch noch gleich?
Ex-CDU Ratsherr Wilhelm Claus Köhler hatte sich entschieden, sich nicht um das Amt des Bürgermeisterkandidaten in Winsen zu bewerben und so wurde ein aussichtsreicher junger und dynamischer Kandidat ins Rennen geschickt, der großen Zuspruch, auch aus anderen Parteien, erhielt. So sprach sich Bernd Harding (FDP) fast unmittelbar im Anschluss an die Nominierung öffentlich auch im Namen der FDP für Florian Hemme als geeigneten Kandidaten aus. Das hat uns als CDU natürlich sehr gefreut und es war auch nachvollziehbar, da zwischen Harding und unserem Bürgermeister durchaus gravierende Reibungspunkte in öffentlichen Sitzungen erkennbar waren. Doch dann, nach einem versöhnlichen Gespräch, löschte Harding sämtliche Wahlempfehlungen und unterstützte von da an den Amtsinhaber. Harding verließ die FDP/UWG Gruppe und war von nun an Einzelabgeordneter. Naja, ganz umsonst ist es nicht gewesen. Immerhin hat die Gruppe „Gemeinsam für Winsen“ Harding dafür gleich bei nächster Gelegenheit für den Sitz als Vertreter des Rates im Vorstand des Winser Heimatverein benannt. Man sieht also, dass es sich durchaus lohnt seine Meinung noch einmal zu überdenken.

Ganz anders verhielt sich Wilhelm Claus Köhler. Sicherlich enttäuscht, aber Linientreu wie er ist, hat Köhler Florian Hemme seine volle Unterstützung zugesichert. Immerhin ging es ihm ja darum, den Mann gegen den er selbst antreten wollte, und den er gerne mal als „Winser Lügenbaron“ oder „Bürgermeisterstrolch“ bezeichnete, im Roten Rathaus abzulösen. Doch wie wir heute wissen kam es auch hier anders.
Nach einem Gespräch mit dem CDU Kreisvorsitzenden entschied sich WCK, pünktlich zum Winser Schützen und Volksfest die CDU zu verlassen und sich der Gruppe Gemeinsam für Winsen anzuschließen und eben diesen „Bürgermeisterstrolch“ und „Lügenbaron“, den er selbst verdrängen wollte, zu unterstützen.
Natürlich haben sich damals viele Menschen gefragt, ob es da nicht ein unmoralisches Angebot der Gegenseite gegeben hatte. Dies war natürlich nicht so, wie uns der „Dampfplauderer“ (gängige Bezeichnung von WCK für Maximilian Schmidt) mit dem CZ Artikel vom 24.08.2018 sehr sehr glaubhaft versicherte. Ehrabschneidend seien solche Äußerungen und es wurde sogar mit Strafanzeige gedroht.

Einige Wochen später, pünktlich zum Heideblütenfest kam dann die nächste Schlagzeile. Wilhelm Klaus Köhler tritt der CDW bei. Nun, das Köhler diesen Schritt geht und sich den von ihm immer als „politische Wendehälse“ titulierten Mitgliedern der CDW anschließt, hat uns dann auch nicht mehr verwundert, waren wir über diesen Schritt doch bereits im Vorfeld informiert worden. Da hätte man das Jackett, für das am Schützenfest Freitag gemachte Pressefoto mit Jannik Randolph, auch gleich anlassen können.
Nach der Wahl wurde es dann ruhiger und mit immer mehr Abstand zur Bürgermeisterwahl kehrte der politische Alltag in unsere Gemeinde zurück. Bis im Vorfeld der letzten Ratssitzung, welch Überraschung, Bernd Harding der Gruppe gemeinsam für Winsen beitrat. 
Folge? Die Gruppe Gemeinsam für Winsen bekommt einen Sitz mehr im Verwaltungsausschuss. Und nun dürfen alle mal raten, wer diesen Sitz bekommen hat? 
RICHTIG. Herzlichen Glückwunsch.

Nun. Wir waren natürlich nicht dabei, im Seminarraum II der Heim- und Volkshochschule Hustedt, in dem die entscheidenden Eckpunkte für die Ausrichtung des SPD Bürgermeisterwahlkampfes gestellt wurden. Wir wissen auch nicht, ob die Aussagen von SPD Mitgliedern stimmen, die nach der Bürgermeisterwahl an uns herangetreten sind und uns die Ereignisse genauso geschildert haben. Aber eines wissen wir ganz sicher…
Wenn ein politischer Hardliner wie Wilhelm Claus Köhler aus reinem Eigennutz, Geltungsbedürfnis, aber sicher auch aus Enttäuschung, nicht selbst Kandidat geworden zu sein, von jetzt auf gleich die politischen Strömungen unterstützt, die er über Jahre als „Feinde“, „Dampfplauderer“ oder aber als „politische Wendehälse“ bezeichnet hat, sagt dies doch einiges über die Person Köhler aus. Seinen Spitznamen jedenfalls hat er sich selbst gegeben. Und der wird in Erinnerung bleiben.

Wir können heute feststellen, dass die Lücken, die WCK in der CDU gerissen hat durch seinen Austritt von ihm selbst geschlossen wurden.

CDU Fraktion Winsen (Aller)
i.A. Wilhelm Redeker

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