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Kompatible Digitalisierung im Mittelpunkt

Von der Leyen in Niedersachsen-Kaserne – Grundsatzvereinbarung unterzeichnet

17.05.2018 - 15:47 Uhr     Susanne Zaulick    0
Die niederländische Verteidigungsministerin Ank Bijleveld und Ursula von der Leyen unterzeichneten in der Niedersachsen-Kaserne einen "Letter of Intent". Fotos: Susanne Zaulick

BERGEN-HOHNE. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihre niederländische Amtskollegin Ank Bijleveld haben heute dem deutsch-niederländischen Panzerbataillon 414 in der Niedersachsen-Kaserne einen Besuch abgestattet. Im Mittelpunkt des Treffens standen Informationen über den Ausbildungs- und Aufstellungsstand des Bataillons sowie die Unterzeichnung eines „Letter of Intent“, der die Kooperation bei der Digitalisierung der beiden Streitkräfte beinhaltet.

„Beachtlich“, „beeindruckend“ oder auch einfach „klasse“ lauteten die spontanen Kommentare der beiden Ministerinnen, nach einer Gefechtsanalyse am Simulator des Kampfpanzers Leopard 2. Bei der späteren Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zur Digitalisierung der Streitkräfte beider Nationen, folgen dann die offiziellen Statements: Als „leuchtendes Beispiel für die Zukunft der europäischen Streitkräfte“ bezeichnete von der Leyen den Standort Bergen-Hohne, an dem rund 400 Soldaten – davon 60 niederländische – ein gemeinsames Bataillon bilden. Und in diesen Standort soll weiter investiert werden. Nachdem in der Vorbereitung und seit Aufstellung des Bataillons 2016 bereits 4 Millionen Euro in Infrastruktur gesteckt wurden, sollen in den kommenden fünf Jahren noch einmal 21 Millionen folgen.

„Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen. Vor 70 Jahren waren Deutsche und Niederländer Todfeinde“, sagte von der Leyen. Heute vertraue man sich so sehr, dass man Einheiten dem Kommando der jeweils anderen Nation unterstelle. So habe sie erst vor vier Wochen eine deutsche Luftabwehreinheit einer niederländischen unterstellt. Das Bergener Panzerbataillon 414 untersteht der niederländischen 43. Mechanisierten Brigade aus Havelte, diese wiederum der deutschen 1. Panzerdivision in Oldenburg.

Auch die niederländische Ministerin warf einen Blick in die Vergangenheit – ins Jahr 2011. Damals hätten die Niederländer Panzerverbände aufgelöst, was Risiken berge. Nun entwickle man gemeinsam mit deutschen Einheiten nicht nur Ideen, sondern bereite sich auch gemeinsam auf Einsätze vor. In Mali, aber auch im Irak und Afghanistan hätten deutsche und niederländische Streitkräfte bereits gut zusammen gearbeitet bzw. sich gegenseitig abgelöst. Für das Panzerbataillon 414, das als schnell verlegbarer Eingreifverband der NATO, in Militärkreisen als „schnelle Speerspitze oder VJTF (Very High Readiness Joint Task Force) bezeichnet, seinen Einsatzbereich im Ernstfall an der Grenze zu Russland, unter anderem im Baltikum hätte, steht die nächste Übung diesbezüglich im kommenden Jahr an.

Bei der Unterzeichnung des „Letter of Intent“ geht es um eine zwischen beiden Nationen kompatible Digitalisierung, zum Beispiel der Waffensysteme. Aber auch die verschlüsselte Informationsübertragung, die für beide Nationen handhabbar sein soll, spiele eine Rolle, hieß es am Rande der offziellen Statements. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund betonten beide Ministerinnen immer wieder das Vertrauen, das man sich entgegen bringe. „Wir vertrauen einander und akzeptieren einander und nutzen unsere unterschiedlichen Stärken als Chance“, so die niederländische Ministerin

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