EU-Militär-Übung "European Falcon" mit über 2000 Soldaten auf Truppenübungsplätzen

Gesellschaft Von Jan-Patrick Bi… | am Mo., 21.10.2019 - 17:43

HÖRSTEN. Rund 2100 SoldatInnen aus vier EU-Mitgliedstaaten - Deutschland, Niederlande, Irland und die Tschechische Republik - beteiligen sich noch bis 30. Oktober an der Übung „European Falcon“ im Raum Bergen, Munster und Celle. Das Ziel: die Vorbereitung und Ausbildung für die European Union Battlegroup (EUBG). Dabei handelt es sich um die schnelle Eingreiftruppe der Europäischen Union (EU). Von der Konfliktprävention über humanitäre Hilfe bis hin zum Krisenmanagement kann die EUBG durch die EU in Krisengebieten eingesetzt werden. „Wir sind stolz auf diesen Auftrag“, sagt der Generalmajor der Division Schnelle Kräfte, Andreas Hannemann.

Die Division Schnelle Kräfte (DSK) stellt für das Jahr 2020 mit dem Fallschirmjägerregiment 26 den Kern der EUBG. Zugleich soll der Divisionsstab der DSK ein verlegefähiges Hauptquartier zur operativen Führung werden. Weitere neun EU-Mitgliedsstaaten stellen mit ihren Truppen Kräfte und Fähigkeiten für die Battlegroup bereit.

Hierzu durchlaufen die TeilnehmerInnen jeden Tag zwischen sechs bis acht Stationen. Heute als Szenario in der Ausbildung: ein Massenanfall an Verwundeten durch einen Suizid an einem Bahnhof. „Am Anfang wird eine Chaosphase herrschen. Das ist vollkommen normal. Es gilt, diese Phase so kurz wie möglich zu halten und Strukturen zu schaffen“, erklärt Hauptfeldwebel Pfeifer. Um 13 "Verwundete" mussten sich die Soldaten kümmern. Der Ablauf folgt dem Grundsatz: „Sichten, versorgen, an nachrückende Rettungskräfte übergeben“. 

Worauf es dabei ankommt, erläutert der Hauptfeldwebel: „Sie müssen sich von der Individualversorgung lösen. Dazu haben wir keine Kapazitäten in einem solchen Szenario“. Die Verletzten werden kategorisiert und nach Wichtigkeit versorgt. „Alles in allem haben die Männer das gut gelöst. Uns sind nur Kleinigkeiten aufgefallen, die verbessert werden müssen“, sagt Pfeifer nach Abschluss der Übung.

„Die Stationen variieren jeden Tag, damit jede Übung an jedem Tag überraschend ist. Die Szenarien sollen immer eine Herausforderung schaffen“, betont der Leiter der Informationsarbeit, Oberstleutnant Benjamin Rupp. Auf dieser Übung sollen Verfahren vereinheitlicht, die multinationale Zusammenarbeit trainiert und die gegenseitigen Stärken gefördert werden. 

Über die Marsch- und Schießausbildungen sowie die Simulationen von Szenarien geht es auf den Höhepunkt zu: eine 72-Stunden-Übung, die in einem fiktiven taktischen Szenario von allen beteiligten Einheiten durchlaufen wird. Je nach Wetterlage soll diese unterschiedliche Szenarien miteinander verbinden. European Falcon 19 ist die Abschlussübung der Vorbereitung der EUBG vor der internationalen Zertifizierung im ersten Quartal 2020. Im zweiten Quartal beginnt die Stand-by Phase. Dann steht die Eingreiftruppe auf Abruf durch die EU bereit.

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