„Vorbilder zum Anfassen“- Landkreis Celle ehrt herausragende SportlerInnen

Sport Von Redaktion | am So., 17.02.2019 - 11:40

AHNSBECK. Am Freitagabend ehrte der Landkreis, vertreten durch Landrat Klaus Wiswe, 68 SportlerInnen und 22 TrainerInnen für ihre Leistungen im vergangenen Jahr. Jeder der Geehrten erreichte mindestens die Deutschen Meisterschaften. Wiswe unterstrich die Leistung der SportlerInnen, die ihr Talent in ihrer Freizeit ausübten: „Die sportliche Leistung gewinnt nochmal an Wert, wenn der Sportler die Leistung, um es mit Winston Churchill zu sagen, mit 'Blut, Schweiß und Tränen' erbracht hat, weil er das, was er tut, liebt und lebt“. Die Geehrten nähmen eine Vorbildfunktion für die jüngeren Generationen ein und trügen eine besondere Verantwortung. Sie seien gewissermaßen "Vorbilder zum Anfassen".
„Wir sehen Sport vielmehr als Teil der Daseinsvorsorge, zu der wir unseren Teil leisten, der aber ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer gar nicht möglich wäre. Ohne Ihren Einsatz wäre die Jugend- und Nachwuchsarbeit kaum möglich“, bedankte der Landrat sich für den Einsatz des Ehrenamts. Zudem ehrte der Landkreis neben den SportlerInnen und TrainerInnen Cornelia Albrecht, die die Sportlerehrung ganze 43 Mal organisiert hat und sich gestern zum letzten Mal für die Organisation verantwortlich zeigte.

Seit mehreren Jahren pflege der Landkreis eine gute Partnerschaft nach Finnland, der Partnergemeinde Tuusula bei Helsinki. Man bemühe sich hier, zwischen den Gemeinden zu vermitteln und zu unterstützen: „Um die Partnerschaft lebendig zu halten, ist es wichtig, dass sich viele Menschen in diese einbringen. Und gerade im Sport gibt es viele Möglichkeiten“.

Nach einem Grußwort des stellvertretenden Samtgemeindebürgermeisters und Vorsitzenden des Kreissportbundes Celle, Hartmut Ostermann, über die Entwicklungen in der Samtgemeinde Lachendorf, fanden die Ehrungen in vier Blöcken statt. Reinhard Toboll, Amtsleiter des Amtes für Bildung, Sport und Zentrale Dienste beim Landkreis, ehrte sieben verdiente MitarbeiterInnen des Sports. Es folgten die Ehrungen in den einzelnen Sportarten durch Ulrich Kaiser, Ahnsbecker Bürgermeister, Axel Fuchs aus dem Sportausschuss des Landkreises und Richard Schuba, Mitglied des Kreistags.

In den Pausen unterhielten das Duo der Kreismusikschule Celle, Peter Missler und Ulrich Wißmann, sowie Kira-Luise Skibba, die einen Ausschnitt aus ihrer Choreographie der Deutschen Meisterschaften im „Jazz und Modern Dance“ präsentierte. Skibba wurde als Deutsche Vizemeisterin im Solo-Tanz ausgezeichnet. Jochen Künneke, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Richtervereinigung im Pferdesport, gab zudem einen Einblick in das „Gespannfahren“.

Auflistung der zu Ehrenden

Die Rede von Landrat Klaus Wiswe:

meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich begrüße Sie alle hier im Heidehof in Ahnsbeck und freue mich auf einen schönen Abend mit Ihnen... Ganz besonders aber begrüße ich natürlich Sie, die „Hauptdarsteller“ des heutigen Abends, Sie, verehrte aktive Sportlerinnen und Sportler, Trainer, Betreuer, Vereinsvorsitzende und Freundinnen und Freunde des Sports im Landkreis Celle. Dies ist ihr Abend, denn wir feiern ihre Siege und Ihre Leistungen.

Ich darf Sie im Namen von Kreistag und Kreisverwaltung willkommen heißen zu unserer Sportlerehrung. Für mich ist das immer etwas ganz Besonderes. Wir haben ja in diesem Jahr bereits einen sportlichen Höhepunkt erlebt. Haben Sie auch mit unseren Handballern bei der Weltmeisterschaft mitgefiebert? „Peke“, „Bam-Bam“ und Co wie Sie ja liebevoll im Kreise der Mannschaft genannt werden, haben mir und ich denke auch vielen von Ihnen einige spannende Stunden vor dem Fernseher beschert.

Angesichts der durchaus robusten Begegnungen auf dem Spielfeld, finde ich es recht amüsant, dass das Spiel 1917 vom Berliner Oberturnwart Max Heiser für Frauen erfunden wurde, weil andere Spiele wie Fußball aus seiner Sicht zu körperbetont für die weiblichen Sportler waren.
Interessant fand ich aber nicht nur die große sportliche Leistung der Mannschaft, sondern die Diskussion, die sich um den Auftritt der Mannen um Bundestrainer Prokop entspannte. Stellvertretend im Gedächtnis bleibt mir ein längerer Kommentar, den Oliver Schreiber in der Celleschen Zeitung dazu schrieb. Lassen Sie mich kurz zitieren: „Vor allem die Fußball-Millionäre sollten die Chance nutzen, darüber nachzudenken, warum sich der deutschen Sportfan viel besser mit den bodenständigen Handballern identifizieren kann, als mit überbezahlten Fußballprofis“
Ich glaube zwar nicht, dass ein Fußballprofi wie Neymar sich deshalb wirklich die Nacht um die Ohren hauen wird, aber die Zustimmung in den Sozialen Medien auf diesen Kommentar, so berichten es mir meine Mitarbeiter, waren doch ziemlich einhellig. Von „Nagel auf den Kopf getroffen“, bis „Fast wie ein Kempa-Trick“ reichten die Kommentare.

Dass Fußballprofis unbeliebt oder beliebt sind, hängt natürlich auch mit Erfolg und Misserfolg zusammen. Wäre Deutschland vergangenes Jahr Weltmeister und nicht letzter bei der Fußball-WM geworden, wäre eine solche Diskussion vielleicht zugedeckt worden. Aber das ungute Gefühl im Fußballprofigeschäft ist schon länger wahrnehmbar. Die Frage ist, warum ist das so? Aus meiner Sicht sind wir alle gerne Zuschauer bei spektakulären Veranstaltungen. Der Sport ist dazu besonders gut geeignet, denn hier zeigen uns Menschen - wie zum Beispiel Sie alle - innerhalb der sehr kurzer Zeit eines Spiels oder einer Darbietung, zu was ein Mensch in der Lage ist, wenn er hart trainiert und Zeit und Mühe investiert.

Doch wir wollen nicht das Gefühl haben, dass die Sportler ihre „Arbeit“ nur noch als „Arbeit“ sehen, als Geschäft, in dem sie zufällig ein Talent haben und mit dem sie einfach nur Geld verdienen. Die sportliche Leistung gewinnt quasi nochmal an Wert, wenn sie der Sportler, um es mit Winston Churchill zu sagen, mit „Blut, Schweiß und Tränen“ erbracht hat, weil er das, was er tut, liebt und lebt. Und ich glaube, deshalb nimmt das Interesse am lokalen Sport und damit an Ihnen zu, liebe Sportlerinnen und Sportler. Dabei ist es egal, ob Sie im Bogenschießsport, Indiaca, Judo, Kanu, Kegeln, Pferdesport, Rudern, Schießen, Schwimmen, Skate- und Eisschnelllauf, Tischtennis oder Ultimate Frisbee aktiv sind. Sie alle betreiben Ihren Sport intensiv, aber eben als Teil der Freizeit.

Wir als Landkreis Celle haben natürlich nicht unbedingt das Entertainment von Zuschauern als erstes im Blick. Wir sehen Sport vielmehr als Teil der Daseinsvorsorge, zu der wir unseren Teil leisten, der aber ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer gar nicht möglich wäre. Lassen Sie mich daher an dieser Stelle den vielen Menschen danken, die zu Ihrem Erfolg beitragen: Vereinsvorstände, Trainer, Übungsleiter und Betreuer sowie Eltern, Freunde und Partner. Einige von Ihnen ehren wir heute ebenso. Es braucht viel Zeit, Geld und Nerven, um sich dort zu engagieren. Aber ohne Ihren Einsatz wäre die Jugend- und Nachwuchsarbeit kaum möglich.
Mehr noch: Sie bringen durch ihre Arbeit Menschen aus allen Schichten und Generationen zusammen. Sie sind ein Motor des gesellschaftlichen Zusammenhaltes und ein Aushängeschild für die Region! Betrachten Sie alle die Auszeichnungen als Dank und Anerkennung des Landkreises und seiner Bürgerinnen und Bürger. Auch Sie, die Familie, der Verein, Sie dürfen sich heute Abend über die verliehene Auszeichnung freuen. Vielen Dank an Sie und bitte bestellen Sie den Dank und die Grüße auch im Verein!

Liebe Sportlerinnen und Sportler
Sie sind Aushängeschilder der Celler Sportlandschaft. Sie, die zur Leistungsspitze im Landkreis Celle gehören, haben eine besondere Rolle und Verantwortung. Sie trainieren in der gleichen Halle, auf der gleichen Tartanbahn oder im gleichen Schwimmbecken wie der Nachwuchs, sie sind Vorbilder zum Anfassen und treiben Sport nicht des Geldes wegen. Sie leben den Sportsgeist vor und schaffen damit auch die Grundlage für die nächsten Generationen. Sport ist ja auch eine Übung für das Leben. Wer im Sport konkurrieren will, der braucht Fairness, Teamgeist und Zusammenhalt. Und nicht zuletzt: Sport hält fit und wir brauchen mehr Bewegung in der Gesellschaft wenn man liest, dass die Weltgesundheitsorganisation bei Übergewicht und Adipositas von einer "globalen Epidemie des 21. Jahrhunderts" spricht (Stern).

Meine Damen, meine Herren
Wir als Landkreis Celle, können aber auch gar nicht oft genug betonen, wie sehr wir Ihr Engagement schätzen. Die Wertschätzung zeigt sich heute Abend darin, dass eine ganze Reihe Mitglieder des Kreistages und Mitarbeiter der Kreisverwaltung heute Abend hier sind. An dieser Stelle möchte ich natürlich auch Sie ganz herzlich begrüßen. Die Mitglieder des Sportausschusses und des Kreisausschusses haben sich intensiv mit den zu vergebenden Ehrungen befasst und einige kann ich auch heute hier begrüßen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Wir drücken diese Wertschätzung aber nicht nur in Worten, sondern in Euros aus, was ja auch nicht ganz unwesentlich ist. Erwähnen möchte ich die Betriebskosten für die kostenfreie Überlassung der Sporthallen für unsere Sportvereine, deren Unterhaltung und Sanierung, die Anschaffung neuer Sportgeräte, die die Schulen und Vereine nutzen können und die Zuschüsse für Übungsleiter: das alles und einige weitere Punkte unterstützt der Landkreis Celle jedes Jahr mit über 1,5 Mio. Euro!

Über unsere Sparkasse Celle sind im vergangenen Jahr weitere 300.000 Euro in den Sport geflossen. So können die Vereine wichtige Anschaffungen, wie Vereinsbusse,  Renovierungsarbeiten an Sportheimen, aber auch Anschaffungen wie Fußbälle oder Rhönräder machen. Die Vielfalt ist groß, genauso groß, wie das Engagement der Menschen hier vor Ort. Nicht vergessen will ich auch die hohen Beträge, die von unseren Städten und Gemeinden jedes Jahr aufgebracht werden.

Wir investieren diese Summen natürlich auch, um die Gebäude langfristig zu erhalten. Wenn Sie dazu Anregungen und Wünschen haben, können Sie immer zu uns kommen, und wir schauen möglichst schnell, wie wir helfen können. Ich weiß, dass Sie Verständnis dafür haben, dass nicht immer alles auf einmal geht. Denn die Vereine und der Kreissportbund sind geprägt vom Fairplay und der Landkreis ist es auch. Eine Anregung an dieser Stelle, die ich vergangenes Jahr gegeben habe, sie aber noch einmal wiederhole, weil ich finde, dass wir Freundschaften in die Nachbarländer pflegen sollten. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen viele wieder mehr das Trennende betonen wollen: Seit vielen Jahren pflegt der Landkreis Celle eine sehr gute Partnerschaft nach Finnland, zu unserer Partnergemeinde Tuusula bei Helsinki. Um sie lebendig zu erhalten, ist es wichtig, dass sich viele Menschen in diese Partnerschaft einbringen. Und gerade im Sport gibt es viele Möglichkeiten. Es gab in der Vergangenheit regelmäßigen sportlichen Austausch, vor allem im Bereich Jugendfußball. Aber da gibt es sicher noch mehr Möglichkeiten. Es wäre schön, wenn wir durch neue sportliche Kontakte unsere Partnerschaft nach Finnland noch ausbauen könnten. Wir vermitteln und unterstützen hier gern. Auch haben wir im Landkreis Celle eine aktive Deutsch-Finnische Gesellschaft, die sich gern einbringt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
jetzt wollen wir aber gleich zu dem Punkt kommen, für den wir hier eigentlich zusammengekommen sind. Die Ehrung der Sportler, die bei Meisterschaften herausragenden Leistungen vollbracht haben. Ich spreche Ihnen als Landrat des Landkreises Celle Dank und Anerkennung aus. Jeder von Ihnen hat vordere Plätze bei mindestens Deutschen Meisterschaften erreicht oder war daran als Trainer beteiligt. Insgesamt sind es dieses Jahr 68 Sportlerinnen und Sportler und 22 Trainerinnen und Trainer. Ich ziehe den Hut vor Ihnen.

Wir ehren heute auch Mitglieder, die sich in besonderer Weise Verdienste in der Förderung Sports erworben haben. Die Regeln sehen zwar vor, dass es drei pro Jahr sind, aber wir sind in der glücklichen Lage, dass es so viele verdiente ehrenamtliche Tätige in den Vereinen haben, dass wir heute sieben Personen ehren (von denen aber nur sechs anwesend seien können). Lassen Sie mich noch auch noch denen danken, die diesen Abend für uns so schön gestaltet haben.Für unsere musikalische Unterhaltung sorgen heute Abend Peter Missler und Ulrich Wißmann von der Kreismusikschule. Wir haben soeben schon eine Kostprobe Ihres Könnens bekommen. Vielen Dank Ihnen. Ebenfalls danke sagen möchte ich an Kira-Louise Skibba für ihre Tanzdarbietung. Es ist immer schön, auch bei der Sportlerehrung, durch Auftritte zu sehen, welche sportlichen Talente wir im Landkreis Celle haben. Immerhin sehen wir hier die Deutsche Vizemeisterin im Solo-Jazz Dance.

Für das leibliche Wohl sorgt das Team des Heidehofs. Auch Ihnen schon mal ein herzliches Dankeschön. und last but not least möchte ich Frau Albrecht vom Landkreis für die gute Organisation danken. Dank geht ebenfalls an Herrn Löbbe, Herrn Franze und das Hausmeisterteam des Landkreises für die Hilfe bei der Vorbereitung und an Jochen Künnecke für die mediale Präsentation. Dank Ihnen allen für den netten Abend, den Sie uns bereiten. Jetzt aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, kommen wir zu den Ehrungen. Jede Ehrung heute Abend steht für sich! Und Sie alle haben viel investiert Zeit und Energie, um heute hier zu stehen.
Ich danke Ihnen noch einmal für Ihr Kommen und ich bin sicher, dass wir gleich im Anschluss wieder einen tollen gemeinsamen Abend haben.

Er soll auch dazu dienen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Denn der Sport und die Politik und die Gesellschaft im Landkreis Celle haben viele gemeinsame Anknüpfungspunkte. Ich wünsche Ihnen allen eine gute Unterhaltung und darf jetzt Herrn Ostermann um sein Grußwort bitten. Da haben Sie ja heute schon ein Grußwort gespart, wie ich bereits am Anfang erwähnt habe. Ich setze darauf, dass seines deshalb jetzt aber nicht doppelt so lang wird. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.