NIENHAGEN. Der Rat der Gemeinde Nienhagen hat in der gestrigen Sitzung unter anderem die Kriterien, nach denen Kitaplätze vergeben werden sollen, beschlossen. Die Vergabe soll sich demnach zukünftig unter anderem nach der beruflichen Situation der Eltern, Geschwisterkindern und dem Kindesalter richten.

„Eigentlich nichts Besonderes und gut so“, findet UWG-Ratsherr Alexander Hass. „Jetzt aber kommt der SPD/CDU-Hammer: Kurz vor der Abstimmung im Rat kam die SPD mit einem Antrag aus der Hüfte, dass Kita-Mitarbeiter/innen für ihre eigenen Kinder bevorzugt einen Platz erhalten sollten“, entrüstet sich Hass. „Mal abgesehen, ob es für die Mitarbeiterin und das Kind gut ist – wie kann das sein? Wir hatten von der UWG gebeten diesen Punkt zunächst zu verschieben – um über Pro und Kontra nachzudenken. Die Mehrheit aus CDU und SPD hat diesen Vorteilsbonus für Mitarbeiter/innen nun durchgewinkt“.

Zur Sachlage sagt die Verwaltung: Nicht immer bekommen Eltern auf Anhieb für Ihre Kinder einen Platz in der gewünschten Einrichtung oder Betreuungsform. Die geltenden Aufnahmekriterien wurden bisher ordnungsgemäß angewandt. Zwischen den verschiedenen Einrichtungen gab es aufgrund der Trägerschaften kleine Unterschiede. Grundsätzlich hat vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zur Einschulung jedes Kind einen Rechtsanspruch auf Besuch einer Tageseinrichtung. Seit dem 1. August 2013 gilt der Rechtsanspruch bereits vom vollendeten ersten Lebensjahr an.

Der Rechtsanspruch ist in einer Kindertagesstätte oder in der Kindertagespflege umzusetzen. Damit es bei der Vergabe der Plätze zukünftig noch transparenter zugeht und für einen möglichen Klagefall die notwendigen Dokumentationen erfüllt sind, wurde von den Leitungen der Kindertagesstätten aus der Samtgemeinde Wathlingen in Zusammenarbeit mit der Verwaltung ein Vorschlag für neue Aufnahmekriterien formuliert.

Foto: Birgit Stephani

Eine Antwort zu “Vorteilsbonus für Kinder von Kita-Mitarbeitern in Nienhagen”

  1. Christoph Wittich sagt:

    Von den KiTa Leitungen hört man immer häufiger wie schwer ist ist, neues Personal zu finden,
    in manchen Großstädten können aus diesem Grund bereits keine KiTa Plätze vergeben werden. Die Aussicht nach der Elternzeit einen Platz in der Einrichtung für das eigene Kind sicher zu haben ist eine gute Möglichkeit KiTa-Mitarbeiter/innen langfristig zu binden – ohne das hier weitere Kosten für den Träger und die Eltern entstehen.

    Die Idee, KiTa Mitarbeiter über die Aussicht auf einen KiTa Platz für das eigene Kind langfristig als Mitarbeiter zu binden, wurde vor wenigen Wochen während eines gemeinsamen Termins mit Fraktionsmitgliedern des Rates, Elternvertretern und KiTa Führungskräften diskutiert. Auch ein Fraktionsmitglied der UWG war bei diesem Termin anwesend.
    Für mich daher völlig unverständlich das die UWG sich in diesem Artikel entrüstet und mehr Zeit zum nachdenken fordert.

    Auch die Frage “ob es für die Mitarbeiterin und das Kind gut ist” zeigt das die gängige Praxis in den KiTas, die Kinder der Erzieher in anderen Gruppen unterzubringen, der UWG Fraktion völlig unbekannt zu sein scheint.

    Christoph Wittich
    Fraktionsmitglied der SPD im Rat der Gemeinde Nienhagen

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.