CELLE. Am 10. September um 17 Uhr wird Marion Blumenthal Lazan, eine Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, in der Celler Synagoge aus ihrem Leben berichten. Marion Blumenthal Lazan hat ihre Lebenserinnerungen 1996 in einem Buch (Four Perfect Pebbles, dt. Vier kleine Kiesel) veröffentlicht. Seitdem berichtet sie in Schulen und öffentlichen Veranstaltungen in den USA, Israel und Deutschland über die Verfolgung ihrer Familie.

1995 kehrte sie erstmals wieder nach Deutschland und in ihre alte Heimatstadt Hoya zurück, wo die Gemeinde sie inzwischen zur Ehrenbürgerin gemacht hat. Im Januar dieses Jahres veröffentlichte die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten zu Marion Blumenthal Lazans Erinnerungen unter dem Titel „Vier Kieselsteine“ ein Set von Bildungsmaterialien, das seitdem im Unterricht niedersächsischer Schulen zum Einsatz kommt. Die Publikation wurde von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt in Anwesenheit von Frau Blumenthal Lazan und ihrem Mann vorgestellt.

Der jetzige Anlass von Marion Blumenthals Besuch in Deutschland ist die Umbenennung der Oberschule Hoya in „Marion Blumenthal Oberschule“. Im Rahmen ihres Aufenthalts wird Frau Blumenthal Lazan neben dem Vortrag in der Celler Synagoge auch mehrere Schulen in Niedersachsen und Brandenburg sowie die Gedenkstätte Ahlem besuchen.

Marion Blumenthal wurde 1934 in Hoya an der Weser geboren. Ihre Eltern waren Juden. Durch Ausreise über die Niederlande in die USA versuchten sie 1939 der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, saßen aber mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges in den Niederlanden fest. Über das Lager Westerbork wurde die Familie 1944 nach Bergen-Belsen deportiert und von dort kurz vor Kriegsende mit einem Räumungstransport in Richtung Theresienstadt weggebracht. Nach zweiwöchiger Irrfahrt durch Nord- und Mitteldeutschland wurden die Blumenthals und ca. 2500 weitere KZ-Häftlinge in der Nähe der kleinen brandenburgischen Gemeinde Tröbitz von der Roten Armee befreit. Marion Blumenthals Vater erkrankte schwer und starb kurze Zeit später. Über die Niederlande gelangte Marion mit ihrer Mutter und ihrem Bruder schließlich 1947 doch noch in die USA, wo sie 1953 heiratete und heute in der Nähe von New York lebt.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.

Ort: Synagoge Celle, Im Kreise 24, 29221 Celle

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