WIETZE. „Fällt ein Stein zu Boden, weil er will oder weil er muss? – Eine Zeitreise der Schwere von Paris (1673) bis Wietze (2018)“. Zu diesem Thema spricht Prof. Dr. Jürgen Fertig am Mittwoch, den 25. April, um 19.00 Uhr im Erdölmuseum Wietze.

„Wer die Bewegung nicht erkennt, erkennt die Natur nicht“, sagte Aristoteles, ca. 350 v. Chr.. Für Aristoteles ist das Fallen eines Körpers ein innerer „Prozess“, hervorgerufen durch eine innere Kraft, ein Streben nach unten zum Mittelpunkt der Erde. Diese Theorie hält sich fast 2000 Jahre. Galileo Galilei nimmt dieses Problem in den „Discorsi“ (1638) wieder auf und untersucht nun mathematisch, wie ein Körper fällt.

Christian Huygens beschreibt 1673 eine von ihm konstruierte, hochgenaue Pendeluhr. Die zugehörige Pendellänge definiert die „Galileische Zahl“, die mit unserem heutigen Schwerewert [g] vergleichbar ist. Mit Isaac Newton vollzieht sich ein Paradigmenwechsel in der Betrachtung der „Schwere“: nach ihm ist der Fall eines Körpers auf die Erde das Ergebnis einer Kraftwirkung von außen. Damit wird der „Prozess“ zum „Zustand“. Jetzt beginnt man diese Wirkung als Beschleunigung sowohl
absolut als auch relativ zu untersuchen.

Die Entwicklung von statischen und dynamischen Gravimetern dokumentiert die hohe Kunst der Feinmechanik (Nanotechnologie schon vor mehr als 100 Jahren!), gilt es doch Schwereanomalien von wenigsten einem 1/10.000.000 der normalen Schwere zu finden. Spätere Weiterentwicklungen nach Thyssen ergänzen die bestehenden Geräte. Zum Einsatz kamen diese Geräte bei der Salz- bzw. Erdölexploration auch im Raum Wietze. Relative Messungen von Schwereänderungen spielen auch heute noch eine wichtige Rolle bei der Vorerkundung von Kohlenwasserstofflagerstätten.

Der Eintritt für den Vortrag beträgt 4,00 Euro, Mitglieder haben freien Eintritt.

Deutsches Erdölmuseum Wietze
Schwarzer Weg 7-9
29323 Wietze
Telefon 05146/92340

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