Vortrag im Bomann-Museum: Auktionskäufe während der NS-Zeit

CELLE. Am Mittwoch, dem 16. Oktober, um 19.00 Uhr gibt die Historikerin Dr. Caroline Flick in einem Vortrag vergleichende Einblicke in die Erwerbungspraxis des Bomann-Museums und anderer städtischer Museen auf dem Berliner Auktionsmarkt in der NS-Zeit.

Das Bomann-Museum Celle konnte unter seinem Direktor Dr. Albert Neukirch und unter neuem Träger bei guter Ausstattung während der Kriegsjahre auch auf Auktionen seine Bestände um zahlreiche Ankäufe erweitern. Der Vortrag der Historikerin Dr. Caroline Flick wird „Städte als Auktionsgänger“ am Beispiel des Berliner Kunstauktionshauses Hans W. Lange betrachten und deren Erwerbungen einordnen.

Städtische Häuser betätigten sich von 1937 bis 1945 in heute nicht mehr gekanntem Maße am Auktionsmarkt. Aus den steigenden kommunalen Einkommen nach der Gewerbesteuer konnten in der Kriegswirtschaft größere Etats als zuvor gespeist werden, um das große Angebot für Anschaffungen zu nutzen.

Zwischen den Beispielen München und Celle, deren Museumsdirektoren anschauliche Urteile über die Angebote zu verdanken sind, werden einzelne städtische Museen sowie ihre Motive für Kauf und Erwerbungen vorgestellt. In München zeigen sich die Neuzuschnitte der Ämter zuständiger Direktoren, in Celle die Kooperation von Museum und Stadt. Dazwischen finden sich verschiedenste Amts- und Interessenkonstellationen. Sie haben mit Aufträgen zu navigieren, die von regionaler Kulturgutsammlung bis zum Ausbau eines Kunstmuseums reichen.

Sich in Versteigerungen gegen große Konkurrenz bei schnell steigenden Marktpreisen erfolgreich durchgesetzt zu haben, kann sich heute auch als Pyrrhussieg erweisen. Die Revisionen der Provenienzforschung zeigen, dass die hohe Nachfrage auch Objekten galt, die als unrechtmäßig verkauft anzusehen sind.

Der Eintritt beträgt 5 €.
Ort: Kino des Bomann-Museums