Vortrag über Mathematik und ihre Didaktik

Wissenschaft Von Redaktion | am Mi., 24.04.2019 - 18:48

CELLE. Zu dem im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“ gehaltenen Gastvortrag von Prof. Dr. Friedhelm Käpnick "Was ist Mathematik? Über das Wesen der Wissenschaft und deren Transfer in die schulische Begabten- und Breitenförderung" lädt das Gymnasium Ernestinum Celle am 29. April um 19:00 Uhr in das Forum des Schulzentrums Burgstraße 21, 29221 Celle, ein.

Prof. Dr. Friedhelm Käpnick ist Inhaber des Lehrstuhls für Mathematik-Didaktik an der WWU Münster. In besonderer Weise engagiert er sich in der Begabungsforschung, in der er als einer der renommiertesten Mathematik-Didaktiker Deutschlands gilt. In seinem Wissenschaftsteam wurden Aufgabenformate, die diagnostische Schlussfolgerungen zulassen, und darauf aufbauende Aufgabentypen zum Fordern und Fördern besonderer Begabungen entwickelt sowie in Begabungsförderungszirkeln erprobt. Neben didaktischen und methodischen Fragestellungen in Forschung und Lehre widmet sich Prof. Dr. Friedhelm Käpnick immer auch der Frage des Selbstverständnisses der Mathematik als Wissenschaft.

Unter der Federführung Käpnicks findet die universitäre Begleitung von Schulen im Rahmen des Bund-Länder-Projektes "Leistung macht Schule", an dem das Gymnasium Ernestinum Celle teilnimmt, statt. „Leistung macht Schule“ (LemaS) ist eine Bildungsinitiative des Bundes und der Länder, die das Ziel verfolgt, Begabungspotenziale und Entwicklungsperspektiven besonders leistungsfähiger SchülerInnen - unabhängig von deren Herkunft, Geschlecht oder Sozialstatus - zu entdecken und zu optimieren. Im Sinne einer auf Chancengerechtigkeit zielenden Bildungspolitik soll für diese Schülerklientel ein Grundstein gelegt werden, ihre Stärken und Talente zu erkennen und nicht nur durch "Enrichmentangebote" in Arbeitsgemeinschaften, sondern bereits im Regelunterricht zu fördern. Die Initiatoren sehen hierin sowohl einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit als auch einen gesellschaftlichen Auftrag. Die klugen Köpfe von morgen zu erkennen und begabungsgerecht zu entwickeln, sei eine entscheidende Investition in die Zukunft unseres Landes. Immer komplexer werdende Probleme unserer Welt bräuchten Menschen, die mit hoher Kompetenz, wacher Intelligenz und sozialer Verantwortung zu denken und handeln gelernt haben.

Gemeinsam finanzieren das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Kultusministerien der Länder einen für die Initiative „Leistung macht Schule“ gegründeten interdisziplinären Forschungsverbund, bestehend aus renommierten WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen (Bildungs- und Erziehungswissenschaften, Fachdidaktiken und pädagogische Psychologie) von 16 Hochschulen, die mit bundesweit 300 ausgewählten Schulen in einer ersten fünfjährigen Phase interaktiv leistungsförderliche Schulleitbilder und didaktische Konzepte zur gezielten Diagnose und Förderung potenziell besonders leistungsfähiger SchülerInnen entwickeln und erproben. Die Federführung des Forschungsverbundes obliegt Prof. Dr. Gabriele Weigand (Pädagogische Hochschule Karlsruhe). Alle teilnehmenden Schulen (124 aus dem Primar-  und 176 aus dem Sekundarbereich) wurden in einem mehrstufigen Prozess sorgfältig aufgrund ihrer besonderen Erfahrungen und Erfolge in der Förderung besonders begabter SchülerInnen ausgewählt. Aus Niedersachsen nehmen 13 Grundschulen und 15 weiterführende Schulen, darunter das Gymnasium Ernestinum Celle, an der Initiative „Leistung macht Schule“ teil.

Gemeinsam mit dem Wissenschaftsteam des Instituts für pädagogische Psychologie der Universität Rostock, Leitung Prof. Dr. C. Perleth, entwickelt das Gymnasium Ernestinum Celle Leitbild und Schulprogramm im Hinblick auf Diagnose und Förderung besonderer Begabungen weiter. Unter der Leitung von Prof. Dr. Kerstin Höner (Institut für Chemie und Chemiedidaktik der TU Braunschweig) und Prof. Dr. Friedhelm Käpnick (Institut für Didaktik der Mathematik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster) arbeitet das Gymnasium Ernestinum Celle an der „Entwicklung adaptiver Konzepte für eine diagnosebasierte individuelle Förderung von leistungsstarken und potenziell besonders leistungsfähigen Schülerinnen und Schülern im Regelunterricht der MINT-Fächer.“ Nach einer fünfjährigen Entwicklungs- und Erprobungsphase fungiert das Ernestinum im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“ als Multiplikator.

Mit der öffentlichen Auftaktveranstaltung, dem Vortrag von Prof. Dr. Friedhelm Käpnick, „Was ist Mathematik?“ Über das Wesen einer Wissenschaft und deren Transfer in die schulische Begabten- und Breitenförderung“, wird laut den Veranstaltern gleichsam die Brücke von schulinterner zu öffentlicher Entwicklungsarbeit geschlagen.