CELLE. Nach der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrationslager und dem Ende des Zweiten Weltkriegs erklärte die große Mehrzahl der deutschen Bevölkerung, nichts Näheres über die Konzentrationslager und die in ihnen begangenen Verbrechen gewusst zu haben. Es seien abgeschiedene Orte gewesen, zu denen die Zivilbevölkerung keinen Zugang gehabt habe und aus denen nichts an Informationen nach außen gedrungen sei. Gerade die Bevölkerung im räumlichen Umfeld ehemaliger nationalsozialistischer Zwangslager sah sich in der unmittelbaren Nachkriegszeit vielmehr selbst als Opfer von Überfällen durch nun befreite ehemalige KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene.

Die neuere historische Forschung, wie die von Bianca Roitsch vorgelegte Dissertation zum ländlichen Umfeld der drei nationalsozialistischen Lager Bergen-Belsen, Esterwegen und Moringen, belegt jedoch, dass es sehr wohl ein Wechselverhältnis zwischen diesen Lagern und der Bevölkerung wie auch mit Institutionen im näheren Umfeld gegeben hat. Im Mittelpunkt der vergleichenden Analyse von Bianca Roitsch stehen wirtschaftliche Beziehungen, die Bedeutung physischer Gewalt, Konfliktpotentiale und Gewöhnungseffekte sowie die Verfolgung persönlicher Interessen.

Ort: Celler Synagoge, Im Kreise 24

Termin: Sonntag, 24. Juni 2018, 17.00 Uhr

Referentin: Dr. Bianca Roitsch, Berlin

Veranstalter: Stadtarchiv Celle und Gedenkstätte Bergen-Belsen in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Celle e.V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V.

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