NIENHAGEN. Die Gemeinde Nienhagen lädt am Donnerstag, 9. März, um 19 Uhr zum Vortragsabend unter dem Titel “Kindermord im Krankenhaus” im Rathaus der Gemeinde Nienhagen ein.

Als “Euthanasie-Morde” ging die Ermordung tausender Behinderter während der NS-Zeit in die Geschichte ein. In einem Hamburger Kinderkrankenhaus töteten junge Assistenzärztinnen nachweislich mehr als 50 behinderte Kinder. Nach dem Krieg galten sie bei vielen als “gute Ärztinnen”. So auch Dr. Helene Darges-Sonnemann, die beschuldigt wurde, 12 Kinder getötet zu haben. Anschließend wirkte sie bis 1976 als Leiterin der Kinderklinik des Celler Allgemeinen Krankenhauses.

Andreas Babel hat für sein Buch “Kindermord im Krankenhaus” über Opfer, Täter und Widerständige geforscht. In seinem Vortrag  beleuchtet der 50-jährige Journalist die Hintergründe dieser häufig wenig beachteten Vorfälle und lädt mit der Frage, zu welchen Taten gebildete Menschen fähig sind, zur Diskussion ein.

Einen besonderen Schwerpunkt legt der Autor bei seinem Vortrag auf die Frage, was Menschen befähigt, auch in einem Terrorregime anständig zu bleiben, denn immerhin vier Ärztinnen verweigerten an der Hamburger Klinik ihre Mitwirkung. Sie stellt der Autor kurz vor sowie die wenigen Opfer, von denen Fotos existieren.

Im  Anschluss wird Pastor Uwe Schmidt-Seffers über die bei Papenhorst Ende des Zweiten Weltkrieges zu Tode gekommenen Säuglinge von Zwangsarbeiterinnen sprechen, die hier in einer Baracke erfroren.

Jennifer Aßmus (Cello) und Jeffrey Ji Peng (Klavier) werden die Besucher musikalisch im Thema begleiten.

Da die Zuhörerplätze begrenzt sind, melden Sie sich bitte noch im Büro der Gemeinde Nienhagen unter Telefon 05144/49191 oder per Mail an Bürgermeister Jörg Makel (makel-nienhagen@jdmn.de) an. Am Veranstaltungsabend werden nur wenige Plätze für “Kurzentschlossene bereit gehalten. Eine Teilnehmergebühr wird nicht erhoben.

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