CELLE. „Wie kann es sein, dass die Stadt Celle die neu installierten Fahrradständer größtenteils wieder abbaut – und dies ohne jede Vorankündigung für die Fahrradbesitzer, die ihr am Fahrradständer angeschlossenes Fahrrad dann einfach so unabgeschlossen wieder fanden?“ fragen sich Torsten Schoeps und Alexandra Martin von der Wählergemeinschaft sowie Dirk Gerlach von „Die Partei“.

Die Fahrradständer oder auch Fahrradbügel, je nach Lesart, sind und bleiben eine unendliche Geschichte. Erst auf-, dann ab-, dann wieder aufgebaut. Danach waren etliche nicht verankert, verschwunden und niemand weiß, wohin – schließlich landete das Thema nicht nur in bundesweiten Medien und Unterhaltungsshows, sondern als „100.000 Euro Steuerverschwendung“ auch im Schwarzbuch der Steuerzahler. Sollte der aktuelle Vorwurf der Fraktion Wählergemeinschaft / Die Partei zutreffen, wäre das nicht nur eine weitere Posse, sondern könnte strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen:

Die Stadt habe die Ständer größtenteils, u.a. in der Mauern- und Schuhstraße, ohne Vorankündigung für die Fahrradbesitzer einfach abgebaut. Diese Fahrräder hätten dann, ohne noch angeschlossen zu sein, ungesichert im öffentlichen Raum gestanden. „Im Falle eines Diebstahls wären Schadensersatzansprüche gegen die Stadt Celle zu prüfen“, so Rechtsanwältin Alexandra Martin.

„Wieso wurden die anzubauenden Fahrradständer nicht mit einem Hinweis versehen, dass sie an einem bestimmten Tag abgebaut werden?“, fragt sich WG-Mitglied Torsten Schoeps. Die bisherigen fragwürdigen Aktionen der Stadt hat dieselbe Fraktion bisher nicht gestört – auch auf Nachfrage erklärte sie sich als nicht zuständig. Doch dieser Fall geht ihr dann wohl doch zu weit.

Zur Klärung dieses Vorgehens hat die Fraktion bei der Stadt Celle eine Anfrage gestartet und will auch Auskunft darüber, wo die Fahrräder in Zukunft angeschlossen werden können. Sie fragt, ob es in Kürze etwa neue Fahrradständer geben wird? Als Stadt mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung Niedersachsens würden jedenfalls weitere 100.000 Euro (die genaue Summe wurde nie geklärt) kaum ins Gewicht fallen.

 

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