Vorzeitiger Bau einer Recyclinganlage für Haldenabdeckung? BI Wathlingen informiert über Antragstellung

WATHLINGEN. Die Firma K+S hat laut Landesbergamt (LBEG) Anfang Mai den Antrag auf Genehmigung des vorzeitigen Baus der Recyclinganlage (Brechanlage für Bauschutt) für die geplante Haldenabdeckung/-deponie in Wathlingen gestellt. Das teilt die Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen mit. „Ist das - mitten im Planfeststellungsverfahren - reine Verzweiflung oder einfach nur dreist?“, fragt Holger Müller, Pressesprecher der BI, und liefert die Antwort gleich mit: "Aus unserer Sicht vermutlich eine Mischung aus beidem". Die Deponie in Sehnde sei nahezu voll. K+S sei in Wathlingen schon rund zwei Jahre im Verzug. Jetzt solle das Vorhaben offenbar mit der Brechstange durchgesetzt werden. Aus Sicht von Müller will K+S Fakten schaffen und zeige damit ihr wahres Gesicht.

Dabei seien im Erörterungstermin Anfang des Jahres viele Fragen offen geblieben oder nur "fadenscheinig" beantwortet worden. Gegen eine aus Sicht der BI technisch einfache Untersuchung mit Bohrungen durch die Halde zwecks Feststellung des Umfangs der Grundwasserversalzung wehre sich die Firma nach wie vor mit Händen und Füßen. „Warum, wenn es nichts zu verbergen gibt?“ fragt sich Achim Bartsch, ebenfalls Mitglied der BI Umwelt. „Selbst der Versuch der hiesigen Politik, wenigstens den Lkw-Verkehr zu der geplanten Deponie aus unseren Dörfern herauszuhalten, ist offensichtlich gescheitert!“ ergänzt Bartsch.

Völlig unverständlich für die BI hätten sich - anders als in Ronnenberg bei Hannover - die Kommunalpolitiker der betroffenen Gemeinden Nienhagen und Wathlingen bis heute nicht parteiübergreifend grundsätzlich gegen die Haldenabdeckung ausgesprochen. In der Regionsversammlung Hannover (vergleichbar mit dem Kreistag in Celle) gebe es dagegen sogar eine gemeinsame - ablehnende - Position von regierender SPD/CDU und oppositionellen Grünen im Interesse der dortigen Anwohner. Bartsch stellt die Frage, "ob die Menschen in Wathlingen und Umgebung weniger wert sind als in Hannover".

Holger Müller kritisiert, dass es hinsichtlich der Gemeindegrundstücke an der Halde, auf die K+S angewiesen ist, im Gemeinderat Wathlingen nie die klare und konsequente Entscheidung gegeben habe, sie keinesfalls zur Verfügung zu stellen. „Der Rat hat auch die Durchleitung von Deponieabwässern in die Fuhse über eigene Grundstücke nicht grundsätzlich verweigert.“ Müller und Bartsch fordern, dass alle Fraktionen und der Bürgermeister endlich Farbe bekennen und eindeutige Beschlüsse zum Schutz der Bevölkerung fassen. „Nur Sorgen und scheinbar Kritik äußern reicht nicht!“ Es müsse schon jetzt ganz klar gemacht werden, „dass es keine Gemeindegrundstücke und Zugeständnisse für eine Deponie geben dürfe, die Menschen und Umwelt erheblichen Schaden zufüge.

Die BI will – soweit möglich – zu dem Antrag für die Recyclinganlage Stellung nehmen und im Falle einer Genehmigung gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen. Dafür habe sie bereits einen Rechtsanwalt gesucht und Argumente gesammelt. „Uns ist schon viel Geld anvertraut worden. Damit konnten wir unter anderem ein ganz wichtiges Gutachten bezahlen – dafür danken wir jedem einzelnen Spender ausdrücklich“, so Bartsch und Müller. Die Gerichtsverfahren, die nun auf die BI zukämen, würden ebenfalls teuer. Beide äußern deshalb abschließend die Bitte, die Bürgerinitiative mit einer Spende für das weitere Verfahren zu unterstützen. Die Bankverbindung findet sich auf der Internetseite der Bürgerinitiative: www.biuw.de (den Button unten auf der Seite „Ja, ich will helfen“ anklicken).