NIENHAGEN. Bereits im nächsten Wahlkampfmodus ist die Landes-SPD und schickt Ministerpräsident Stephan Weil erstmals nach Nienhagen. Im Hagensaal will er kurz vor der Wahl mit Bürgern ins Gespräch kommen. Dafür wurde eigens ein Verwaltungsausschuss-Termin nach vorn verschoben. UWG-Ratsherr Alexander Hass kritisiert: „Weil und noch einer kommt – und der Nienhagener Verwaltungsausschuss darf ‚kuschen‘.“ Nicht nur Hass müsse wegen der Vorverlegung einen halben Tag frei nehmen, damit die SPD Wahlkampf betreiben könne.

Gegenüber CelleHeute erklärt der Ratsherr: „Verwaltungsausschuss-Sitzungen sind für Berufstätige gesondert zu organisieren, weil sie normalerweise schon um 16 Uhr beginnen. Für Berufstätige bedeutet die nun angesetzte Sitzung um 14 Uhr, dass mindestens ein halber Tag Urlaub genommen werden muss. Ich möchte diesen zu Wahlkampfzwecken der SPD nicht nutzen!“

Mit dieser Einstellung stand Hass eigentlich nicht alleine da, trotzdem sei die Verschiebung „durchgedrückt worden. Basta“, so Hass. „Demokratie funktioniert anders“, schimpft der Nienhagener. Solche Aktionen seien kein gutes Zeichen, junge und berufstätige Menschen zu motivieren, sich ehrenamtlich in der Politik zu engagieren. „Wäre Herr Weil in seiner Amtszeit, in seiner Funktion als Ministerpräsident, einmal nach Nienhagen gekommen – könnte ich verstehen, dass der Bürgermeister ihn im Rathaus empfangen will – aber jetzt vor der Wahl allein auf Stimmenfang kann ich das nicht akzeptieren“, so Hass, der als Stadtmarketingleiter täglich nach Peine pendelt.

Außerdem habe Nienhagen zwei stellvertretende Bürgermeisterinnen, die den VA leiten könnten, wenn der SPD-Bürgermeister partout an der Wahlkampfveranstaltung teilnehmen wolle. „Rechtlich gesehen kann die Verwaltung das vielleicht so machen, doch es bleibt ein unschöner Beigeschmack“, bedauert Hass.

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