Wasserstoffnetzwerk Nordostniedersachsen erhält Förderung

Technik Von Extern | am Do., 09.07.2020 - 16:52

LÜNEBURG. Das Wasserstoffnetzwerk Nordostniedersachsen hat einen weiteren Schritt in die Zukunft getan: Das Land Niedersachsen hat den Förderbescheid für das GRW-Regionalmanagement mit dem Schwerpunkt „Wasserstoffwirtschaft“ genehmigt. Damit wird die Zusammenarbeit zwischen den 11 Landkreisen im Amtsbezirk Lüneburg, dem Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg, den Industrie- und Handelskammern (IHK) Stade und Lüneburg-Wolfsburg sowie rund 50 beteiligten Unternehmen auf eine neue Stufe gehoben. Das Regionalmanagement soll zukünftig die Arbeit des Wasserstoffnetzwerkes koordinieren. Die Finanzierung erfolgt zu 75 % durch das Wirtschaftsministerium und zu 25 % durch die Landkreise im Amtsbezirk Lüneburg, wie das Amt für regionale Landesentwicklung mitteilt.

„Wir freuen uns sehr, dass wir nun einen bedeutenden Schritt weiter sind und dass es gelungen ist, dass das Land Niedersachsen den weiteren Aufbau des Wasserstoffnetzwerkes mit 750.000 € unterstützt“, freut sich die Landesbeauftragte Monika Scherf. Das Regionalmanagement sei der Dreh- und Angelpunkt, um jetzt als Wasserstoffregion durchzustarten. Daher dankt sie im Namen aller Projektpartner dem Niedersächsischen Wirtschaftsministerium für diese Förderzusage. Aufgrund des Coronavirus konnte eine persönliche Übergabe des Förderbescheides durch den Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann nicht stattfinden. „Durch das Regionalmanagement zeigen wir in Niedersachsen einmal mehr, dass bei uns genau das Potential liegt, das es braucht, um für die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft eine Spitzenposition zu übernehmen. Wir haben kluge Köpfe und innovative Unternehmen, eine hohe Produktion erneuerbarer Energie und eine leistungsstarke Infrastruktur. Das Regionalmanagement hat somit eine entscheidende Rolle, all dies vor Ort noch besser miteinander zu verknüpfen“, betont Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann.

Angesiedelt werden soll das Regionalmanagement bei der ARTIE, dem Regionalen Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung. Der Landkreis Osterholz hat den Vorsitz und die Koordination der ARTIE inne und war deshalb auch Antragssteller und Koordinator für das Wasserstoffnetzwerk. Landrat Bernd Lütjen erklärt, man habe diese Aufgabe gerne übernommen: „Seit vielen Jahren widmen wir uns im Bereich der ARTIE zukunftsweisenden Themen. Die Wasserstofftechnologie ist ebenso ein Thema und zeigt, dass wir weiterhin auf der Höhe der Zeit agieren wollen.“

Entstanden war das Netzwerk im Jahr 2018 auf Initiative der IHK Stade, des ArL Lüneburg, der ARTIE und des TZEW sowie der Landkreise im Amtsbezirk Lüneburg (Celle, Cuxhaven, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Osterholz, Rotenburg (Wümme), Stade, Uelzen und Verden). Auf dem ersten Wasserstofftag der IHK Stade im August 2018 wurden erste Ansätze für den Ausbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft forciert. Später kam es dann zu einer ersten Förderung zum Thema Wasserstoffwirtschaft durch das niedersächsische Ministerium für regionale Entwicklung.

Das Interesse der Unternehmen in der Region war sofort groß, mehr als 50 Partner gehören mittlerweile dem Konsortium an – Tendenz steigend. „Nach der Anerkennung des Bundes als HyExpert-Region ist der Aufbau eines Regionalmanagements nun eine wichtige und folgerichtige Weiterentwicklung für das Wasserstoffnetzwerk. Damit bekommt unser Zusammenschluss ein Instrument an die Hand, das uns ermöglicht, die Fäden der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kommunen zu bündeln“, freut sich die Hauptgeschäftsführerin der IHK, Maike Bielfeldt über den Förderbescheid aus Hannover. Hier handeln alle Landkreise der Region Stade / Lüneburg gemeinsam mit dem Land Niedersachsen zum Wohle der Region. Gerade in Zeiten von Corona ist es noch umso wichtiger positive Signale für zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen aufzuzeigen und konkret anzugehen“; betont Landrat Michael Roesberg, der als Landrat des Landkreises Stade zugleich auch den Vorsitz in der Runde der Landräte der Region innehat.

Das Regionalmanagement soll folgende Aufgaben wahrnehmen:

- Begleitung des gestarteten Projektansatzes „Lastverkehr mit grünem Wasserstoff“ bis zur Umsetzung

- Initiierung eines Projektansatzes der kommunalen Entsorger zur Entwicklung von kommunalen H2-Nutzungsansätzen.

- Initiierung eines Projektansatzes für Quartierslösungen (Sektorkopplung Wärme und Mobilität)

- Initiierung eines Projektansatzes zur Stromnetzknotenstützung durch Wasserstofftechnik (H2-Hub, positive/negative Regelenergie, Tankstelle)

- Initiierung eines Projektansatzes für Kommunen („Autarke Gemeinde“)

- Initiierung von strategischen Unternehmensansiedlungen (Elektrolyse, Biomassebehandlung, H2-Tanks/-Trailer, Brennstoffzellen, …)

- Darstellung des Speicherpotenzials der Region (Kavernen)

- Netzwerkpflege und -ausbau

- Teilhabe der Netzwerkpartner und der Region an Bundes- und EU-Programmen

- Koordinierung der Nachnutzung von EEG-Anlagen

- Bildung von F&E-Allianzen mit Hochschulen und forschungsstarken Unternehmen

- Intensive und regional bezogene Öffentlichkeitsarbeit

- Initiierung von regionalen Bildungsangeboten zum Thema Wasserstoff

- Außendarstellung der Region als Modellregion der Wasserstoffwirtschaft und der Energiewende hinsichtlich

- Koordination der Zusammenarbeit mit anderen Regionen und Initiativen

- Erarbeitung und Initiierung weiterer Projektansätze und Inhalte

- Unterstützung bei der Erstellung Förderanträgen

Zu den benannten Aufgaben werden im Zuge des Projektverlaufs voraussichtlich weitere Inhalte dazukommen. In einem nächsten Schritt erfolgt nun die Ausschreibung der dazugehörigen Stelle. Das Wasserstoffnetzwerk Nordostniedersachsen geht davon aus, dass im September dann der offizielle Start des Regionalmanagement mit dem ersten großen Projekt „Lastverkehr mit grünem Wasserstoff“ erfolgen kann.