Wechselnde "Ratten-Hotspots" in Celle

Umwelt Von Peter Fehlhaber | am Do., 07.05.2020 - 19:43

CELLE. "In Wietzenbruch sind viele Ratten - warum macht die Stadt nichts dagegen?", fragt uns Daniel C. Nach einem Anruf bei der Behörde habe man ihm mitgeteilt, dass zur Beseitigung kein Geld vorhanden wäre. "Für die Tötung der Maulwürfe ist Geld da, aber dafür nicht?" Auf Nachfrage von CELLEHEUTE bestätigt die Stadt "wechselnde Schwerpunkte", auch aktuell, doch für die Beseitigung seien die Eigentümer verpflichtet. In der Antwort heißt es, unzensiert und unkommentiert: 

"Ratten gehören zur Art der sogenannten echten Mäuse und sind zusammen mit vielen andern Wildtieren Kulturfolger und mehr oder weniger in allen Städten und Dörfern anzutreffen. Sie sind sehr intelligent und können sich entsprechend gut anpassen was Nahrungsquellen, Nester, Versteckmöglichkeiten und Lebensweisen anbelangt.

Da von ihnen potenziell eine Gesundheitsgefahr ausgeht, sind die Kommunen nach dem Infektionsschutzgesetz für die Gefahrenabwehr bei Rattenbefall zuständig. Das bedeutet, dass unser Fachdienst Allgemeine Ordnung bei einem nachgewiesenen Rattenbefall (kann mehrere Grundstücke betreffen) die Grundeigentümer verpflichtet, eine Rattenbekämpfung vorzunehmen und das anschließend nachzuweisen. Sonst drohen Folgen wie Zwangsgeld bis zur Ersatzvornahme durch eine Fachfirma auf Kosten der Grundeigentümer.

Bei den öffentlicheren Flächen sind die unterschiedlichen Fachdienste verantwortlich. So zum Beispiel beim Kanalsystem.  Das Team der Stadtentwässerung hat darin langjährige Erfahrung, um auch präventiv dem Schädlingsbefall mit Unterstützung von Fachfirmen entgegen zu wirken.

Die letzten beiden trockenen Jahre boten in ganz Norddeutschland Bedingungen zur Vermehrung von Mäusen, Ratten und vieler anderer Tiere. Das hat dazu geführt, dass mit wechselnden Schwerpunkten im Stadtgebiet Rattenbekämpfungen von den Grundeigentümern vorgenommen werden mussten und auch aktuell wieder vorgenommen werden. Es deutet sich ein weiteres zu trockenes Jahr an und die Hinweise häufen sich.

Neben den Anordnungen zur Rattenbekämpfungen wird der Fachdienst Allgemeine Ordnung insoweit präventiv tätig, dass in den betroffenen Straßenzügen und zum Teil in der Nachbarschaft Infomaterial verteilt wird. Darin erfährt die Leserschaft, wie Ratten leben, sich vermehren und was jeder Einzelne dazu tun kann, möglichst keine entsprechenden günstigen Bedingen für Ratten zu schaffen. Dazu gehören unter anderem Müllablagerungen, Futtermittel für Haustiere oder einfach nur der vollgestellte und lange nicht mehr benutzte Gartenschuppen.

Weil das den Grundeigentümern oft unangenehm, ist, wenn bei ihnen oder in der Nachbarschaft Ratten auftreten, wird das unsererseits nicht in den Medien publiziert. Das wäre sowohl für die Wohnquartiere als auch stadtweit nicht gut für das Image. Die Grundeigentümer sind weitestgehend einsichtig und setzen die Bekämpfungsmaßnahmen verantwortungsvoll selbst oder mit Hilfe von Fachfirmen um. Nachkontrollen sind selten nötig."