SCHMARBECK. „Dass bei diesem Wetter so viele kommen, zeigt, wie ernst die Lage ist.“ Diese Meinung vertraten etliche der rund 100 Anwesenden, die sich am Freitagabend bei strömendem Regen zu einem Mahn- und Solidarfeuer vor dem Hintergrund der Heidschnuckenrisse im Juli bei Schmarbeck versammelt hatten. Auf Einladung des Landvolkes Niedersachsen und des Verbandes Lüneburger Heidschnuckenzüchter hatten sich Weidetierhalter, Vertreter der Jägerschaft, des DEHOGA, aber auch besorgte Bürger eingefunden.

Carl Kuhlmann, Vorsitzender des Verbandes der Heidschnuckenzüchter und selbst von Wolfsübergriffen betroffener Tierhalter, begrüßte die Besucher und bedankte sich für ihre Solidarität. Im Hinblick auf den Vorfall in Schmarbeck, bei dem ein Wolf den vom niedersächsischen Umweltministerium empfohlenen „wolfssicheren“ Zaun übersprungen hatte, sagte er: „Weidetierhaltung hat so keine Zukunft. Diese Wölfe müssen entnommen werden.“

Landrat Klaus Wiswe warf einen Blick in die Vergangenheit: „Wir haben vor Jahren vorhergesehen, dass der Wolf eine Gefahr ist für Tiere, die auf der Weide gehalten werden.“ Der Wolf lerne aber auch, dass er sich dem Menschen nähern könne. „Ich habe manchmal die Befürchtung, dass erst etwas noch Schlimmeres passieren muss“, sagte er im Hinblick auf die nicht immer vorhandene Scheu des Raubtieres vor Menschen.
„Ziel muss sein, dass der Wolf ein jagdbares Tier wird“, fasst Wiswe zusammen. Ausrotten wolle man ihn nicht, aber die Bestände müssten „reguliert“ werden.
Vom Landvolk Celle, äußerte sich dessen Vorsitzender Jürgen Mente. Die Weichen für die Betandsregulierung müssten in Brüssel gestellt werden. „Eigentlich ist es jetzt schon fünf nach zwölf“, lautete sein Fazit. Denn man gehe von einer Bestandsverdoppelung alle drei Jahre aus.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann sieht hingegen die rechtlichen Vorgaben der EU als ausreichend an, um „Problemwölfe“ bereits jetzt zu erschießen. „Aber die Landesregierung setzt es nicht um.“ Angermann gab auch einen Einblick in die Kosten, die der Wolf mit sich bringt. Er habe auf eine Anfrage erfahren, dass im Land Niedersachsen bisher 2,2 Millionen Euro investiert in begleitende Maßnahmen für die Rückkehr des Wolfs. Bei der Landesregierung, aber auch beim Bund, habe er wenig Verständnis für die Probleme der Weidetierhalter erfahren: „Wir sollen uns auf den Wolf einstellen“, so Angermann.

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