CELLE. Ein kleines Geschenk von Ehefrau oder Sohn als Zeichen, dass man sich verbunden fühlt – wer in Deutschland in Haft ist, bekommt zu Weihnachten nichts dergleichen. Angehörige und Freunde dürfen nichts schicken – aus Sicherheitsgründen. „An den Weihnachtstagen, wenn „draußen“ alles im Lichterglanz feiert, packt die Einsamkeit die Häftlinge oft noch stärker als sonst. Das gilt erst recht für diejenigen unter ihnen, die nicht einmal mehr jemanden haben, der ihnen etwas schenken könnte.“, teilt die christliche Straffälligenhilfe Schwarzes Kreuz in Celle mit. Sie möchte helfen und zum Helfen animieren. Als gemeinnützige Organisation hat sie die Möglichkeit, Pakete direkt an die Justizvollzugsanstalten zu schicken, die sie ihrerseits an bedürftige Gefangene weitergeben.

Darum sucht das Schwarze Kreuz Menschen, die bereit sind, einem Inhaftierten zu Weihnachten ein Paket im Wert von etwa 30 Euro zu packen. Dinge wie Kaffee, Schokolade und ein Kartengruß dürfen hinein. Was jemand hinter Gittern damit empfängt, ist aber weit mehr: vor allem das Gefühl, dass ein anderer Mensch an ihn denkt und ihm Gutes wünscht.

„Dank Ihnen allen haben hier viele neuen Lebensmut und Hoffnung bekommen“, bedankte sich ein Inhaftierter aus der JVA Aschaffenburg nach der letzten Paketaktion. „Viel Trost und Zuspruch“ fanden die Gefangenen der JVA Uelzen, Abteilung Lüneburg, insbesondere in den Kartengrüßen.

Seit 1953 schickt das Schwarze Kreuz Weihnachtspakete hinter Gitter. 1094 waren es in 2017. Wer mitpacken möchte, wird gebeten, sich spätestens bis zum 09. Dezember für die Aktion anzumelden.

Mehr Reaktionen von Gefangenen und weitere Informationen: www.naechstenliebe-befreit.de/ paketaktion

Das Schwarze Kreuz Christliche Straffälligenhilfe e.V. hilft seit 1925 bundesweit Straffälligen und ihren Familien. Sein Anliegen ist es, Inhaftierte in eine bessere Zukunft ohne Straftaten zu begleiten und damit gleichzeitig neues Leid und neue Opfer zu verhindern. Die Geschäftsstelle in Celle begleitet und berät die rund 500 Ehrenamtlichen. Das Schwarze Kreuz ist Mitglied im Diakonischen Werk in Niedersachsen und Sachsen. Finanziert wird die Arbeit vor allem über Spenden.

Gefangener beim Auspacken; Foto: Ute Passarge

2017 Ausschnitte aus Dankbriefen



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