CELLE. „Kindern eine Stimme geben“- so lautet das diesjährige Motto des Weltkindertages. An diesem besonderen Tag geht es darum, in allen Ländern Kinder mit ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen ganz bewusst in den Mittelpunkt zu rücken. Die Lebenshilfe Celle gGmbH weist aus diesem Anlass auf die speziellen Bedürfnisse von Kindern mit Beeinträchtigungen hin.

Kinder können ihre Interessen und Bedürfnisse oftmals selbst nicht verbalisieren, einfordern und durchsetzen, benötigen eine Lobby, die durch die Umsetzung der 1989 verabschiedeten Kinderrechtskonvention geschaffen werden kann. Die darin zusammengefassten Kinderrechte sind die Grundlage, um Kindern eine Stimme zu geben und ihnen in der Gesellschaft eine sichere und glückliche Kindheit zu ermöglichen.

„Kinder mit Beeinträchtigung werden nicht nur wegen ihres geringen Alters oft nicht gesehen und gehört. Bei ihnen kommt hinzu, dass sie beeinträchtigt sind und aufgrund eines nicht behindertengerechten Umfeldes und Umgangs noch weniger in den Blick genommen werden. Denn meist ist nicht eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung die Schwierigkeit, sondern ein nicht entsprechend ausgerichtetes Umfeld, das diese Kinder ‚behindert'“, so die Lebenshilfe Celle gGmbH.

Der Bereich „Leben und Lernen“ der Lebenshilfe Celle gGmbH mit der Hausfrühförderung, dem Heilpädagogischen Kindergarten Purzelbaum und der Comenius-Schule, einer anerkannten Tagesbildungsstätte, rücke genau diese Kinder und Jugendlichen tagtäglich in den Mittelpunkt. Man ermögliche ihnen die möglichst selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dabei immer mit im Fokus sei die zunehmend inklusive Ausrichtung der Arbeit unter dem Einfluss der 2008 in Kraft getretenen UN-Behindertenrechtskonvention. Darin ist im Artikel 7 festgeschrieben, ‚dass Kinder mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen Kindern alle Menschenrechte und Grundfreiheiten genießen können.‘

„Wir sehen es als eine unserer wesentlichen Aufgaben, für diese Kinder ein Netzwerk darzustellen, innerhalb dessen sie ihre Rechte wahrnehmen können, sich entwickeln können und ihr Kindeswohl sehr genau im Auge behalten wird“, so Nina Frey von der Lebenshilfe. Doch was bedeutet ‚Kindeswohl‘? Die Grundbedürfnisse eines Kindes, wie körperliche Bedürfnisse, das Schutzbedürfnis, Bedürfnisse nach einfühlendem Verständnis und sozialer Bindung, nach Wertschätzung, nach Anregung, Spiel und Leistung und das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung müssten erkannt und befriedigt werden. Für die meisten scheine es eine Selbstverständlichkeit zu sein, doch wenn man genau hinschaue, bleibe es vielen Kindern und Jugendlichen durch ihr Umfeld verwehrt, eben diese Bedürfnisse leben zu können.

Die Lebenshilfe stelle für viele dieser Kinder zu einem großen Teil das unmittelbare Lebensumfeld dar und mit Blick auf das jeweilige Kindeswohl mache sie den Kindern und Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben möglich. „Bei uns können sich die Kinder und Jugendlichen durch die mehrdimensionale Förderung nach ihren Möglichkeiten entwickeln und ihre Kindheit leben“, so Nina Frey. Immer im Blick dabei sei die jeweilige einzelne Persönlichkeit mit den individuellen Ressourcen und Bedürfnissen sowie das Selbstverständnis einer vielfältigen, offenen und wertschätzenden Bildungskultur, unabhängig von Beeinträchtigung und sozialer Herkunft.

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