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Celle - Streik - Klimaschutz - Fridays For Future - Demo

„Wenn wir schon keine Bildung genießen können, werden wir halt Politiker“ – 400 SchülerInnen streiken für Klimaschutz

17.03.2019 - 11:04 Uhr     CELLEHEUTE    0

CELLE. Zur zweiten Auflage des Schülerstreiks „Fridays for Future“ kamen am Wochenende in der Celler Innenstadt trotz schlechten Wetters 400 TeilnehmerInnen zusammen – CHTV sendete live in unserer Facebook-Ausgabe.

Die Organisatorinnen legen Wert auf die Feststellung, dass viele von ihnen bereits Schulschluss hatten – der von vielen „Erwachsenen“ (auch von offizieller Seite wie der AfD-Kreistagsfraktion) bemühte Versuch, den Protest als reine Schulschwänz-Aktion zu diskreditieren, schlug somit fehl.



Mit originellen Plakaten wie „Fehlstunden verkraften wir, die Klimakrise eher nicht so“ oder „Wäre die Erde eine Bank, hättet ihr sie selbst gerettet“ machten die jungen Menschen deutlich, warum sie auf die Straße gehen müssen, wenn die eigentlich dafür Zuständigen es aus ihrer Sicht eben nicht auf die Reihe bekommen.

 

„Anstelle über Schulschwänzen lieber über die Arbeitsverweigerung der Regierungen aufregen“

Nach der Kundgebung auf der Celler Stechbahn ging es über den Großen Plan erneut zum Ziel „Neues Rathaus“. Finn-Jonathan Pätzold verdeutlichte, dass es bis zum Kohleausstieg 2038 noch 6867 Tage seien – umgerechnet Zeit für 252 Streikaktionen, wenn man monatlich auf die Straße ginge, „ein ganzes Schuljahr“, so der 14-Jährige und ergänzte süffisant: „Wenn wir schon keine Bildung genießen können, werden wir halt Politiker.“

Einige von ihnen unterstützen allerdings die Aktion, z.B. die Celler Grünen und SPD-Ratsherr Hatti. „Erneut sind hunderte Kinder und Jugendliche in Celle für den Klimaschutz auf die Straße gegangen. Das ist ein starkes Signal für eine andere Politik und ein Weckruf für die Regierung, den Schutz der Lebensgrundlagen ernst zu nehmen. In der Bundesrepublik sind ein rascher Ausstieg aus der Kohle, der Umstieg auf saubere Mobilität und eine nachhaltige Agrarpolitik notwendig“, so Grünen-Fraktionschef Bernd Zobel. Er weist auch auf die Unterstützung von mehr als 12000 Wissenschaftlern für die Jugendproteste hin. „Das sind Profis. Diejenigen, die das Schulschwänzen erwähnen, sollen sich lieber über die Arbeitsverweigerung der Regierungen aufregen. Diese Proteste junger Menschen unterstützen wir gern“.

Laut „Fridays for Future Germany“ nahmen deutschlandweit mehr als 300.000 in mehr als 230 Städten an den Streiks teil. Weltweit waren mehr als 2000 Aktionen in mehr als 120 Staaten angekündigt.



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