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NDR - Übernahme - ZDF - Nachfolge - Bäckerei Schiano - Bäckerei Leifert - Uwe Bahn - Johann Lafer

„Wenn’s am schönsten ist…“ – Bäckerei Schiano übergibt an Leifert

11.09.2019 - 19:14 Uhr     Peter Fehlhaber    0
Foto: Peter Müller

CELLE. „Für meinen Mann Detlef ist es schwerer als für mich, er hat alles aufgebaut,“ weiß Marianne Schiano. Aber auch die Ehefrau war von Anfang an dabei, erlebte Höhen und Tiefen und kann sich dennoch bereits auf die „Zeit danach“ freuen. Nach fast 30 Jahren geben beide den beliebten Bäckereibetrieb in Celles Wittinger Straße in jüngere Hände – in die des 27-jährigen Nils Leifert. Damit entstehe ab dem 1.10. die nun 56. Filiale des Gifhorner Unternehmens.



 

„Ich bin durch und durch Bäcker, das ist mein Leben“, blickt Detlef Schiano zurück. Aber der 60-Jährige findet in seiner eigenen Familie keinen Nachfolger. Die Kinder Anja, Liza und Oliver entschieden sich für andere Berufslaufbahnen, und „das ist auch gut so“, ist Marianne überzeugt – die trotz Ehrenamt als Bürgermeisterin vom Hehlentor ihrem Mann immer zur Seite stand.

„Unser Bestreben war das gemeinsame Arbeiten. Unsere Angestellten sind keine Nummer, sondern gehören zur Familie. Unsere Kinder sind mit dem gesamten Team groß geworden“, weiß die Chefin – ein gemeinsames Frühstück gehörte immer dazu. Sven Thompson, Celine Ende, Linda Wesley und Ute Osterloh werden nicht arbeitslos, sondern auf Wunsch bei Leifert übernommen oder starten in neuen Berufen noch einmal neu durch. Da die jüngste von ihnen noch keinen Führerschein hat, um in die Produktion nach Gifhorn zu wechseln, wird sie künftig bei Bäcker Pippel unterkommen.



Auch Detlef Schiano überlegt, nicht ganz aufzugeben, sondern gemeinsam bei und mit Leifert zu arbeiten. Aber die Verantwortung und der Druck seien in den vergangenen Jahren einfach zu viel geworden. „Ich möchte einfach nur gern backen – das Kreative ist auf der Strecke geblieben. Durch unseren Alltag mussten wir schaffen und schaffen und hatten keine Zeit zum Ausprobieren“, blickt er wehmütig zurück.

Der gebürtige Hambührener und die Rodewalderin im Kreis Nienburg hatten sich in Schwarmstedt in der Großbäckerei Vatter kennen- und liebengelernt. Gemeinsam machten sie sich vor fast 30 Jahren selbständig und übernahmen die Filiale in der Wittinger Straße. „Damals gab es noch keine Exposés oder Wirtschaftlichkeitsanalysen – wir machten alles aus dem Bauch heraus und gingen auf Risiko.“



 

Ein Risiko, das sich gelohnt hat. Schnell waren die Backwaren sprichwörtlich „in aller Munde“ und vor allem Marianne offen für Aktionen und Spaß. So wurden sie 1999 von NDR 2-Moderator Uwe Bahn auserkoren. Live sendete er aus der Backstube mit seinem Team für die Sendung „Bahns neuer Morgen“.

Aber nicht nur im Radio wurden Schianos bekannt – auch das ZDF suchte vor fünf Jahren „Deutschlands beste Bäcker“. Klar, dass die Celler in der engeren Auswahl waren. (CELLEHEUTE berichtete). Der große Bäcker Leifert kann vom vermeintlich Kleinen also sicher noch etwas lernen – die Fußstapfen sind nicht ohne. Und Marianne? Die macht noch einmal etwas ganz Anderes und wird Schul- und Integrationsassistentin. Am vergangenen Sonntag 55 geworden beginnt nun auch für sie etwas ganz Neues oder wie sie es in ihrem Flyer sagen: „Immer wenn es am schönsten ist, soll man aufhören“.

https://celleheute.de/deutschlands-bester-baecker-mit-johann-lafer-mit-dabei-schiano-aus-celle/

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