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Gesellschaft

„Wer, wenn nicht wir in Celle“ – Ministerium macht sich für Demokratie und Toleranz stark

13.09.2017 - 16:14 Uhr     CelleHEUTE    0

CELLE. Rund 160 Gäste wollten gestern Abend „Demokratie leben!“ Dazu lud die städtische Abteilung für Integration und die externe Koordinierungs- und Fachstelle des Bundesprogramms alle freien Träger, Institutionen und interessierte Bürger zur dritten Demokratiekonferenz in die Alte Exerzierhalle nach Celle ein.

Unter dem diesjährigen Motto „Wer, wenn nicht wir in Celle“ setze die Konferenz ihren Schwerpunkt vor allem in die Prävention von rechtsextremistischen Tendenzen, die immer präsenter werden. Kulturelle Vernetzung statt Abgrenzung und Spaltung soll mit einem Fördervolumen von rund 100.000 Euro bewirkt werden. Die finanzielle Unterstützung soll nun 19 Celler Projekten und Vereinen zu Gute kommen. Hierzu war es dem Oberbürgermeister Nigge wichtig, „den Beteiligten der Demokratie ein lebendiges Gesicht zu geben“.

Martin Rosnowsky, Programmberater im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, lobte besonders das ehrenamtliche Engagement und sieht Celle in einer Vorbildsfunktion für andere Städte. So formuliert er „Celle ist eine von insgesamt zwei Städten zur Vorzeigepartnerschaft gewählt worden“. Dass das Bundesministerium das Geld für kulturelle Einrichtungen und Partnerschaften auf nun 104 Mio Euro anhob, sei den durchschlagenden Erfolgen und dem hohen Bedarf zu schulden.

Betont wurde auch, dass die finanziellen Mittel auch in die Förderung der jüngeren Generationen fließen sollen. So wurden im Verlauf des Programms drei Fußballvereine erstmalig mit dem „Fairnesspreis“ und entsprechendem Preisgeld überrascht. Die Partnerschaft in Celle hatte einen Aufruf gestartet, bei der sich Kinder- und Jugendmannschaften bewerben konnten, die sich in der vergangenen Saison besonders fair auf und neben dem Spielfeld verhalten haben. Den ersten Platz belegte die U12II des VfL Westercelle, den zweiten Platz die U8 des MTV Eintracht Celle und den dritten Platz die Spielgemeinschaft JSG Südheide 09/SC Vorwerk.

Eine anschließende Theatervorführung der Hermann-Reske Schule und ein Kurzfilm des KAV-Gymnasiums verarbeiteten die gemeinsame Botschaft eines inklusiven Miteinanders. Zum Schluss der Konferenz trugen drei Schülerinnen aus dem Projekt „Angeprangert! U20-Workshop Poetry Slam“ Auszüge aus ihren beeindruckenden Werken vor.

Besonderes Highlight war auch der Vortrag über Rechtspopulismus von Dr. Lars Geiger, der am Göttinger Institut für Demokratieforschung mitwirkt. In diesem entlarvte Geiger die Argumente populistischer Bewegungen, indem er sich zuvor die Frage stellte „Wie ticken die eigentlich?“. Er sieht jedoch auch eine Chance in solchen wachsenden Unruhen, sie stiften Austausch und weisen auf Fehler im System hin. Ein solch bunter kultureller Austausch fand gestern auch ganz ohne populistische Starthilfe statt.

Seit dem 13. September können Projektanträge für 2018 bei der Externen Koordinierungs- und Fachstelle in der CD-Kaserne eingereicht werden.

Text: Elena Janke
Fotos: Peter Müller

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