HANNOVER. Wer kennt es nicht: Im Internet zu schnell geklickt oder im Geschäft etwas gekauft, das bei näherem Betrachten doch nicht gefällt. Kein Problem, denn zum Glück kann jeder Vertrag innerhalb von 14 Tagen rückgängig gemacht werden… oder etwa nicht? Die Verbraucherzentrale Niedersachsen erklärt Wissenswertes zum Widerrufsrecht.

„Ein generelles Widerrufsrecht gibt es nicht“, erklärt Josina Starke, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Zunächst einmal muss jeder geschlossene Vertrag eingehalten werden. So besteht in Läden und auf Märkten kein gesetzliches Widerrufsrecht, da die Ware vor Kauf angesehen und geprüft werden kann. „Ein Umtausch, die Erstattung des Kaufpreises oder Ausstellung eines Gutscheins findet hier nur aus Kulanz statt“, so Starke. Allerdings verpflichten sich viele Geschäfte vertraglich zu einem weitergehenden Widerrufs- und Rückgaberecht, indem sie etwa einen entsprechenden Hinweis auf den Kassenzettel drucken.

Anders ist es bei Bestellungen im Internet, im Versandhandel oder per Telefon sowie bei Vertragsschlüssen in Fußgängerzonen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder an der Haustür. Hier besteht in der Regel ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen ab Vertragsabschluss beziehungsweise ab Erhalt der Ware. „Zudem muss der Händler vorab über das Widerrufsrecht klar und verständlich informieren. Hat er nicht oder falsch informiert, beträgt die Frist ein Jahr und 14 Tage“, sagt Starke. Eine Angabe von Gründen des Widerrufs ist nicht nötig.

Wie immer gibt es jedoch Ausnahmen: Online gebuchte Reisen, Konzert-Tickets oder Maßanfertigungen sowie schnell verderbliche Waren können nicht widerrufen werden.

Detaillierte Informationen zum Widerrufsrecht, Ausnahmen und Besonderheiten unter www.verbraucherzentrale- niedersachsen.de/flyer- verbraucherrecht

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