CELLE. Das Lesecafé der Kreuzkirchengemeinde lädt herzlich ein zu einer Lesung am Montag, 18. September, um 19.30 Uhr in den Gemeindesaal der Kreuzkirche, Windmühlenstraße 45. Hermann Wiedenroth liest aus Luthers Streitschriften, Tischreden und Briefen nach dem Motto: „Es ist auf Erden kein besser List, als wer seiner Zungen ein Meister ist“.

Martin Luther (1483–1546) hörte genau hin, wie den Leuten um ihn herum der Schnabel gewachsen war. Unermüdlich rang er um jedes Wort: „Man muss die Mutter im Haus, die Kinder auf der Gassen, den gemeinen Mann auf dem Markte drumb fragen und denselbigen auf das Maul sehen, wie sie reden.“ Wortschöpfungen wie „wetterwendisch“, „Feuertaufe“, „Selbstverleugnung“, „Machtwort“, „Schandfleck“, „Lückenbüßer“, „Lästermaul“ und „Lockvogel“ gehen ebenso auf Luther zurück wie die Redewendungen „Perlen vor die Säue werfen“, „ein Buch mit sieben Siegeln“, „ein Wolf im Schafspelz“ oder „die Zähne zusammenbeißen“.

In seiner Lesung beleuchtet Hermann Wiedenroth den Reformator und Bibelübersetzer von der sprachlichen Seite, als feinfühligen Dichter zahlreicher Kirchenlieder und kunstvollen Übersetzer, aber auch als deftigen Tischredner und Agitator „Wider das Papsttum zu Rom, vom Teufel gestiftet“, die „Bubenschule, Huren- und Hermaphroditenkirche …, des Teufels Grundsuppe“. Der Eintritt ist frei! Spenden erbeten!

Hermann Wiedenroth lebt und arbeitet als Antiquar und Verleger in Bargfeld, Kreis Celle. Zahlreiche Lesungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben ihm ein breites literarisches Publikum verschafft.

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