Wieder Wietze, wieder Kabelschäden, wieder kein Internet

Technik Von Peter Fehlhaber | am Di., 05.05.2020 - 10:10

WIETZE. Wieder gibt es Ärger bei Kabelarbeiten in Wietze. Die ersten Störungsmeldungen gingen vergangenen Mittwoch um 14:30 Uhr ein. Doch dem Anbieter "Deutsche Glasfaser" (DG) war auch einen Tag später nichts von einer Störung bekannt. Die Mitarbeiter der Hotline empfahlen den Betroffenen, die Router zu resetten - einige Male, aber nichts tat sich. Am Vormittag dann die Mitteilung, dass die Störung durch "ein defektes Kabel" verursacht sei. Innerhalb 24 Stunden solle der Schaden behoben sein - doch auch heute, fast eine Woche später, haben mindestens 15 Haushalte kein Internet. Auf Nachfrage von CELLEHEUTE erklärt die DG:

"Grundsätzlich handelt es sich dabei um einen erneuten Schaden, der am 30. April 2020 durch eine Fremdfirma im Rahmen von Tiefbauarbeiten an Glasfaserleitungen von Deutsche Glasfaser verursacht wurde. Da dieser Schaden durch eine Erdrakete unter einer Straßendecke verursacht wurde, sind umfangreiche und komplexe Reparaturmaßnahmen vonnöten. U.a. müssen über 950 m neue Fasern „eingeblasen“ werden. Die Bautruppe zur Reparatur ist vor Ort und führt aktuell die Maßnahmen durch. Von diesem Schaden direkt betroffen sind 15 Kundenhaushalte. Diese werden planmäßig in den kommenden Tagen mit Fortschreiten der Reparatur schrittweise wieder ans Netz gebracht."

"Die wissen nicht einmal, wann der Schaden entstanden ist", ärgert sich ein Betroffener. Er weiß, dass dieser bereits einen Tag vorher erfolgte. Dass ständig Leitungen zerstört würden, sei für ihn kein Wunder, denn die Kabel würden nur 30 Zentimeter tief verlegt. "Da nuss ich nur einmal mit dem Spaten rein, dann ist doch der nächste Schaden da." Darauf antwortet die "Deutsche Glasfaser":

"Die Leerrohre für die Glasfaserkabel werden in der Regel in 40 Zentimeter Tiefe verlegt und entsprechend dokumentiert. Die Verlegetiefe hat damit keinerlei Auswirkungen auf das Schadensrisiko durch dritte Infrastrukturen. Diese Bauweise ist Standard für die Verlegung von Glasfaserinfrastrukturen und ermöglicht eine schnelle und planbare Erstellung. Damit werden die Beeinträchtigungen für die Anwohner minimiert, ohne die Haltbarkeit zu beeinträchtigen. Die von Ihnen genannte Verlegetiefe wurde für stromführende metallische Leiter (hier die Kupferinfrastruktur u.a. der Telekom) vorgeschrieben, um das Blitz- und Frostrisiko zu verringern. Die tatsächliche Verlegetiefe auch dieser Infrastruktur ist dagegen sehr unterschiedlich. Bei der genannten Schadstelle handelt es sich dagegen um eine Straßenquerung – dieses Leerrohr befindet sich (standardmäßig) in 80 Zentimeter Tiefe."

Aber auch mit diesen Erklärungsversuchen weiß zur Stunde niemand, wann das Internet wieder funktioniert. "24 Stunden" waren es jedenfalls nicht.