Ein Mann des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen soll sich als V-Mann in eine Tierschutzgruppe eingeschleust haben. Die „Tierbefreiungsbewegung“ verkündet nun, den V-Mann enttarnt zu haben, nachdem sie Verdacht schöpften, dass jemand unter ihnen war, der vertrauliche Informationen an die Behörden weitergebe. Als Beispiel wird auch eine misslungene Blockade-Aktion beim Geflügelschlachthof in Wietze aufgezählt. Hier wurden die Aktivisten von einem Großaufgebot der Polizei empfangen (CelleHeute berichtete).

blaulichtDer V-Mann sieht sich jetzt auch Vorwürfen ausgesetzt, dass er selbst zu Straftaten aufgerufen habe. Die Tierschützer bezeichnen ihn auch als „Agent Provocateur“. Sie berichten, dass er sie beispielsweise dafür begeistern wollte, eine Mastanlage unter Wasser zu setzen. Auch soll er einen Aktivisten auf die Schwachstellen eines LKW aufmerksam gemacht haben, an denen dieser sabotiert werden könnte.

Zu der Berichterstattung des NDR von heute und gestern über die radikalen Tierschützer aus Braunschweig mit der Überschrift „Hat V-Mann des LKA zu Straftaten aufgerufen?“ sowie den Vorwürfen macht das LKA Niedersachsen folgende Angaben; von uns ungekürzt und unkommentiert:

„Das Landeskriminalamt ermittelt zur Zeit gegen eine Mehrzahl von Straftätern, die im Verdacht stehen, mehrere schwere Brandstiftungen zum Nachteil von Großmastanlagen begangen zu haben. Ein Ermittlungsverfahren wurde durch die Staatsanwaltschaft Braunschweig eingeleitet und wird im LKA Niedersachsen geführt.

Wir würden es nicht billigen, dass V-Leute zu Straftaten auffordern. Die in der Veröffentlichung des NDR erhobenen Vorwürfe werden wir staatsanwaltschaftlich überprüfen lassen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich diese Ermittlungen nicht gegen Tierschutzinitiativen richten, sondern dass in diesem Fall schwere Brandstiftungen mit Schäden über mehrere hunderttausend Euro aufgeklärt und zukünftig verhindert werden sollen.“

Die Möglichkeit, dass in diesem Einsatz eine VP (Vetrauensperson) eingesetzt ist, will das LKA Niedersachsen aus weder bestätigen noch dementieren. „Das ist bei laufenden Ermittlungsverfahren üblich, um die Aufklärung nicht zu gefährden“, so das LKA.

Hier der Link zur Berichterstattung des NDR: http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/vleute101.html

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