Sperrung, Umleitung, Elterntaxis - Wietzes Bürgermeister Klußmann wird "Schülerlotse"

Verkehr Von Peter Fehlhaber | am Fr., 10.09.2021 - 10:39

WIETZE. Verzögerungen, ungeplante Sperrungen, Umleitungen durch verkehrsberuhigte Bereiche - eigentlich ganz normale "Begleiterscheinungen" einer Straßenbaustelle im Landkreis. Aber die Wietzer hat es besonders hart getroffen, auch und gerade jetzt im Schulverkehr - und wieder tragen Elterntaxis einen wesentlichen Anteil dazu bei, eigene und andere Kinder erheblich zu gefährden. Heute Morgen nun regelte Bürgermeister Wolfgang Klußmann höchstpersönlich den Verkehr.

"Die aktuelle Verkehrslage gefährdet die Sicherheit unserer Kinder", schreibt die Gemeinde Wietze. "Wir bitten sämtliche Verkehrsteilnehmer, die Verkehrssicherheit in der Schulstraße für unsere Kinder zu gewährleisten und dem Aufruf unserer ehrenamtlichen Schülerlotsen zu folgen."

Klußmann weiß: "Durch die Öffnung der Schulstraße ist diese zu einer gern genutzten Umleitungsstrecke für Fahrzeugführer von LKW und PKW geworden. Insbesondere kommt es während der Stoßzeiten zum Schulbeginn und Schulschluss zu einem Stocken des Durchgangsverkehrs, der eine hohe und unübersichtliche Verkehrsdichte verursacht. Nicht zuletzt wird die Situation durch wildes Parken am Straßenrand, hektisches Aussteigen und Wenden verschärft. Radfahrende Kinder, Schüler und Passanten können nur durch das Ausweichen auf den Straßenbereich weiter passieren."

Die Gemeinde bittet auf ihrem Facebook-Kanal, dass Verkehrsteilnehmer alternative Strecken zur Schulstraße nutzen sollen. "Die Verkehrssituation kann durch die Nutzung der Wieckenberger Str. / Fuhrberger Str. - Neuwietzer Weg / Wieckenberger Weg entlastet werden", so die Gemeinde.

"Wo sind Ordnungsamt und Polizei?"

"Für Elterntaxis bestehe zudem die Möglichkeit, die Parkplätze Netto, REWE und am Bürgersaal zu nutzen. Ebenfalls können die Kinder auch hinter dem Bürgerhaus auf das Schulgelände kommen – hier stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung", heißt es weiter.

Ein Bürger ärgert sich: "Wo sind Ordnungsamt und Polizei? Hier stehen freiwillige Spender für die öffentliche Hand Schlange und niemand kassiert? Wenn hier keine Gefahrenlage Kontrollen rechtfertigt, wo denn dann?"

Klußmann antwortet, dass man die Schulstraße wie ursprünglich geplant mit Beginn des neuen Schuljahres für den Durchgangsverkehr habe sperren wollen. "In die Entscheidung einzubeziehen sind aber auch andere Faktoren, wie die Dauer der zusätzlichen Belastung der Schulstraße (sieben Schultage), die Länge der alternativen Fahrstrecke und auch die alternativen Möglichkeiten für die Eltern, ihre Kinder zur Schule zu bringen", und das bereits im Mai.

"Bedauerlicherweise nutzen so gut wie gar keine Eltern diese Möglichkeit, obwohl auch der Schulelternrat ausdrücklich hierauf hingewiesen hatte", so Klußmann.

Schülerlotsen sollen den SchülerInnen ungeachtet dessen beim Queren der Straßen helfen. "Den Aufruf des Elternrates unterstütze ich daher gern", so Klußmann - und zwar nicht nur mit Worten, sondern Taten. Am Morgen machte er sich ein eigenes Bild von der Lage. Ihm bleibt letztlich die Aussicht, dass nach Beendigung des dritten Bauabschnitts und Öffnung der B 214 die Schulstraße dann wieder für den Durchgangsverkehr gesperrt wird.