UNTERLÜSS. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Pastorin oder ein Pastor des Kirchenkreises Celle nach Tulsa in Oklahoma (USA) fliegt. Seit 2000 pflegen Tulsa und Celle eine Städtepartnerschaft. Seitdem hat die Deutsch-amerikanische Gesellschaft Tulsa schon mehrmals Theologen aus Celle eingeladen, um dort in der Advenstzeit Gottesdienste zu halten und bei anderen Veranstaltungen mitzuwirken. Anfang kommender Woche fliegt Pastor Wilfried Manneke aus Unterlüß dorthin. „Bringen Sie unbedingt ihren schwarzen Talar mit“, sagt Barbara Conrad, die Koordinatorin in Tulsa. Der schwarze Talar ist für einen Gottesdienst in deutscher Sprache zwingend notwendig. Das erwarten unsere Leute.“

Pastor Manneke wird in Tulsa aber auch Gast in der amerikanischen Ev.-luth. Kirchengemeinde (Fellowship Lutheran Church) sein. Auch dort wird er in Gottesdiensten mitwirken. Die Kirchengemeinde Tulsa hat sogar eine besondere Bitte an ihn gerichtet. Sie möchte von Manneke mehr über die Willkommenskultur in Deutschland erfahren. Alan Fox, der Pastor in Tulsa, sagte am Telefon: „Was den Umgang mit Flüchtlingen betrifft, da können wir noch viel von euch lernen.“ Pastor Alan Fox ist mit seiner Frau Michelle selber schon in Celle gewesen. Er ist begeistert von der Schönheit der Stadt.

Die Kolleginnen und Kollegen im Celler Kirchenkreis sind schon gespannt auf den Reisebericht von Wilfried Manneke, der natürlich die Stimmung in den USA nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten besonders aufmerksam wahrnehmen wird. Für Uwe Schmidt-Seffers, stellvertretender Superintendent, ist Manneke der richtige Celler Botschafter in diesem Jahr in Tulsa, weil der Unterlüsser Kollege intensiv in der Flüchtlingsarbeit tätig ist, Erfahrungen mit einem Kirchenasyl in seiner Gemeinde hat und durch seine Mitarbeit im Netzwerk Südheide besonders um rechtsradikale Entwicklungen in Deutschland weiß. Schmidt-Seffers: “Partnerschaftsarbeit ist ja nur dann sinnvoll, wenn es wirklich um einen Austausch geht und man sich traut, auch über die Probleme im eigenen Land zu sprechen. Die Lage ist einfach zu ernst, um Nettigkeiten auszutauschen.“

Bild: Uwe Schmidt-Seffers