HANNOVER. Der WNON, Interessengemeinschaft der Weidetierhalter Nord/Ost Niedersachsen, hat einen offenen Brief an den niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel geschrieben. „Endgültiger Auslöser waren die wiederholten Heidschnuckenrisse im Kreis Celle“, so Gina Strampe vom WNON. Man erwarte, dass zeitnah gehandelt werde.

Im Brief vom 25. August 2017 heißt es:
Sehr geehrter Herr Minister Wenzel,
binnen weniger Wochen wurden aus der gleichen Tierhaltung am 15.07. vier Schafe gerissen, eines wird vermisst, am 17.08, wurden 13 Tiere getötet, 7 mussten eingeschläfert werden. Der Herdenschutz in diesem Betrieb ist mehr als gefordert erfüllt. Die Wölfe in diesem Rudel haben es gelernt, Zäune zu überspringen.
Nach Artikel 16 (1) FFH-RL und § 45 (7) BNatschG ist es vorgesehen, Tiere, welche sich so verhalten, der Natur zu entnehmen, sofern dadurch der Erhalt der Art nicht verschlechtert wird. Solange es sich dabei um ein Einzeltier handelt, ist davon bei dem rasch wachsenden Wolfsbestand nicht auszugehen.
Bleibt dieses Tier bei seinen Übergriffen erfolgreich, wird es diese Fähigkeit in absehbarer Zeit an seine Nachkommen weitergeben. Bei Fortsetzung der Schäden wäre dann ein ganzes Rudel zu entnehmen.
Wir fordern Sie daher auf, umgehend Ihrer Amtspflicht zu genügen und geltende Gesetze korrekt und im Sinne der betroffenen Bürger anzuwenden. Das fordert auch der von Ihnen geleistete Amtseid.
Leiten Sie jetzt die erforderlichen Schritte zur Entnahme des hier zu schaden gehenden Tiers ein. Naturschutz und Erhalt der Landschaft sind ohne Weidetiere und insbesondere die Schafhaltung auf Dauer nicht zu erreichen. Wir erwarten von Ihnen, dass Sie insgesamt schneller und entschlossener gegen auffällige Einzelwölfe vorgehen, bevor andere nach Ihnen ganze Rudel werden entnehmen müssen.
Mit freundlichen Grüßen
Gina Strampe

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