CELLE. Warum einfach, wenn’s auch schwer geht? Das scheint zum Motto des Celler Rates in dieser Legislaturperiode zu werden – sogar dann, wenn es eigentlich nur um eine Formsache zu gehen scheint. Auf der vergangenen Ratssitzung sollte Susanne McDowell als Stadträtin für Soziales und Kultur bestätigt werden. Doch als CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers geheime Wahl beantragte, öffnete es Tür und Tor für weiteren Diskussionsbedarf – gar eine Aussprache sollte her. Ob diese ohnehin vorgesehen war oder nicht, konnte je nach Erinnerungsvermögen der Ratsmitglieder abschließend nicht festgestellt werden.

Der „Hilferuf“ amüsiert die ausgeschlossenen Gäste

Flugs wurde McDowell „vor die Tür gesetzt“, um über ihre Personalie intern beraten zu können. Aber Publikum und Presse war noch anwesend – irgendetwas konnte hier nicht stimmen. Das erkannte dann auch der Rat und schloss schließlich alle von der Sitzung aus. Viele Ratsmitglieder waren sich einig, dass dieser Prozess in den vertraulichen Verwaltungsausschuss gehört hätte, einer brachte es auf den Punkt: „Man will hier nur mal auf die Kacke hauen.“ Kuriosität am Rande, auch SPD-Ratsherrn Jürgen Rentsch. Mit Klopfzeichen und Telefonaten versuchte er, sich Eingang zu verschaffen. Aber erst nach einem „Hilferuf“ über unsere CELLEHEUTE-APP wurde ihm die Tür geöffnet.

30 Minuten tagte der Rat, um McDowell anschließend geheim, aber deutlich mit 27 Ja-Stimmen, neun Nein-Stimmen und drei Enthaltungen zu wählen. Die Besetzung war notwendig geworden, da die Amtszeit des Vorgängers Stephan Kassel Juli vergangenen Jahres endete und die zeitnahe Nachbesetzung aufgrund „Strukturüberlegungen“ ausgesetzt wurde. Obwohl Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge das Vorschlagsrecht hat, wurde vorher ein kostenintensives anonymisiertes Bewerbungsverfahren initiiert, bei dem sich online zwölf Personen beworben haben sollen. Am Ende bleibt alles beim alten, mit einigen Erweiterungen: Susanne McDowell ist jetzt offiziell Dezernentin für Kultur, Bildung, Jugend, Integration und Bürgerservice.



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