#WirMachenAuf - Gewerbetreibende wollen trotz Lockdown öffnen

Wirtschaft Von Redaktion | am Mo., 04.01.2021 - 14:31

BERLIN. Die Politik will den derzeitigen Corona-Lockdown in Deutschland auch über den 10. Januar hinaus verlängern (CELLEHEUTE berichtete). Jetzt mehren sich die Proteste: In sozialen Netzwerken kündigen deutschlandweit Gewerbetreibende an, ab dem 11. Januar notfalls gegen geltende Lockdownbestimmungen ihre Geschäfte wieder zu öffnen.

„Ab dem 11. Januar öffne ich die Türen. Eine weitere Verlängerung wird nicht mehr akzeptiert.“ So heißt es im Aufruf. Alle Gewerbetreibenden mögen sich anschließen und die Bürger "dringend den stationären Handel unterstützen", so die Organisatoren. Laut ihren Angaben erhalten sie Unterstützung durch die Anwälte Ralf Ludwig und Markus Haintz. 

Nachdem diverse Gruppen vorher gelöscht worden seien, habe die Aktionsgruppe allein auf "Telegram" mehr als 40000 Mitglieder (allein 20000 in den ersten 24 Stunden). Auch auf Facebook und mit einem eigenständigen Internetauftritt unter corona-blog.net informieren die Akteure. Im den Niederlanden haben Gastwirte und Gewerbetreibende ebenfalls angekündigt, nach dem 17. Januar den Lockdown zu beenden und in Eigenregie ihre Lokale zu öffnen, sollte die Politik bis dahin kein Anti-Corona-Konzept entwickelt haben, das ihnen die Rückkehr zur Normalität ermögliche.

Begleitend zu der Protestaktion wendet sich die Seite „coronapedia.de“ gleichzeitig an Nutzer in Österreich und der Schweiz, um das Vorgehen des Protests zu koordinieren.

Die Akteure ernten erwartungsgemäß Kritik aber auch Beifall - so zum Beispiel von Filmregisseur Tom Bohn. Auf Twitter schreibt er: "„Zur Erinnerung: #Restaurant- und #Ladenbesitzer haben in den letzten Monaten – Kontaktverfolgung – Hygieneverordnungen – Abstandsregelungen mit Einsatz, Geld und Erfolg (!) umgesetzt. Der Staat hat sie trotzdem über die Klinge springen lassen. #WirMachenAuf ist nachvollziehbar.“