Wochenmarkt-Streit: Rüdiger Korte antwortet Alexander Wille

Leserbeiträge Von Extern | am Mo., 06.09.2021 - 22:01

CELLE. Im Streit um den Wochenmarkt-Fragebogen antwortet Rüdiger Korte, Vorsitzender der Werbe- und Interessengemeinschaft Celler Wochenmarkt e.V., auf die Gegendarstellung von Alexander Wille - unzensiert und unkommentiert: 

"Herr Wille versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Uns liegt nicht ein einziger Vordruck der CDU vor, der in die Auswertung einfließen konnte.

Die Kritik von Wählergemeinschaft-Mitglied Torsten Schoeps dagegen war berechtigt. Sein ausgefüllter Fragebogen ist versehentlich nicht in die Auswertung gekommen. Das ist inzwischen von mir geändert worden. Die aktualisierte Fassung mit den Antworten von Herrn Schoeps zu unserem Fragebogen ist inzwischen bei CelleHeute online. 

Was die markigen Aussagen von Herrn Wille betrifft, versucht er aus meiner Sicht von seiner (Mit-)Verantwortung abzulenken, dass keine Kandidatin und kein Kandidat der CDU den Fragebogen ausfüllen konnte bzw. durfte. Das mit der Vielzahl der Fragebögen zu rechtfertigen, die derzeit dort eingehen, können wir Marktbeschicker nicht gelten lassen. 

Es sind nur neun Fragen, die man binnen 10 Minuten beantworten konnte. Das haben schließlich die Grünen, die Wählergemeinschaft, die Unabhängigen, Zukunft Celle, die Linke und die FDP auch geschafft. Warum durfte nicht jede zur Wahl stehende Person alleine entscheiden, den Fragebogen nach bestem Wissen und Gewissen selbst auszufüllen. Auch bei anderen “Parteien“ haben nicht alle Kandidaten einen Fragebogen zurückgeschickt, einige aber schon. Vielleicht sollte Herr Wille darüber einmal nachdenken.

Ja, nach unserem Redaktionsschluss habe ich am Samstag, 28. August den Info-Stand der CDU in der Celler Poststraße aufgesucht und Herrn Wille auf die unbeantworteten Fragebögen angesprochen. Ich wollte der CDU die Chance geben, noch kurzfristig Vordrucke abzugeben.

Tatsächlich hat Herr Wille u.a. formuliert, dass es schwierig ist, Fragen zu beantworten, die im Anschreiben mit tendenziösen Unterstellungen eingeleitet werden. Jede Leserin und jeder Leser von CelleHeute kann sich aber glücklicherweise in der Anlage zu unserer Pressemitteilung bei Sichtung des umfangreichen PDF-Dokuments auf Seite 5 und 6 selbst eine Meinung bilden, ob unser Anschreiben tendenziös ist. Manche haben es als Hilferuf verstanden, endlich gehört werden zu wollen. Es ist nun einmal leider die Wahrheit, dass die Stadtverwaltung und die städtische Tourismus Gesellschaft seit einigen Jahren jedwede Kompromissbereitschaft vermissen lassen. 

Der Weihnachtsmarkt wird immer größer und wir Marktbeschicker mussten inzwischen komplett von der Stechbahn weichen. “Wo, Herr Wille, sehen sie bitte den Ansatz eines Kompromisses? Ich kann ja verstehen, dass Sie Ihren Oberbürgermeister in Schutz nehmen wollen. Aber wie verträgt sich das damit, dass Ihr Vorgänger als Fraktionsvorsitzender, Herr Gevers, sich einmal gegenüber einer Marktbeschicker-Kollegin als Unterstützer des Marktes präsentiert hat, als Herr Mende noch Oberbürgermeister war, obwohl wir Marktbeschicker damals erheblich geringere Einbußen auf der Stechbahn akzeptieren mussten.“

Ja, vielleicht hat Herr Wille andere Worte als „keine Lust“ benutzt, aber sein ganzes Auftreten mir gegenüber war eindeutig. Von der CDU können wir keine Antwort auf unsere Fragen erwarten.

Herr Wille hat mir in der Tat angeboten, dass ich und auch weitere Mitglieder der Celler Marktbeschicker sehr gerne kurzfristig in eine Sitzung der CDU-Stadtratsfraktion kommen könnten. Aber was nutzt uns das für die Auswertung unseres Fragebogens? 

Ferner kehrt er damit um, dass wir zuerst mit unserer Frage 9 wissen wollten: “Falls ich am 12. September in den Stadtrat gewählt werde, nehme ich auf Einladung gerne an der nächsten Versammlung des Vereins der Marktbeschicker teil.“ Ist die CDU etwas Besonderes in Celle, dass wir zu denen kommen sollen, andere Parteien und Wählervereinigungen, aber bereits zugesagt haben, auf Einladung gerne zu uns zu kommen. 

Ein solches überfraktionelle Gespräch wäre aus unserer Sicht noch besser geeignet, “Probleme zu lösen und positive Veränderungen zu gestalten“.

Ich war nach dem Besuch am CDU-Stand desillusioniert. Sofern ich beim Gehen gesagt haben sollte (ich bin aber sicher, dass ich es nicht getan habe), “dass die Celler Marktbeschicker die Celler CDU nun nicht mehr wählen würden“, so kann ich heute nur bestätigen, dass ich nicht in Celle wohne und natürlich allein aus diesem Grund die Celler CDU nicht wählen kann, und dass meine Kolleginnen und Kollegen keinen übergeordneten Vorgaben unterliegen und natürlich selbst entscheiden dürfen, wen sie am 12. September wählen."