"Wölfe und Bären": Zuständige schweigen - FDP fragt nach

Politik Von Peter Fehlhaber | am Do., 07.11.2019 - 21:51

HANNOVER/CELLE. Im Rahmen unserer Berichterstattung zum "Warnschild vor Wölfen und Bären" auf dem Gelände der Bundeswehr Wietzenbruch fragten wir bei den verantwortlichen Stellen nach. Nur die Stadt Celle reagierte, konnte aber keine valide Auskunft geben. Bundeswehr und Ministerien schweigen bis heute. Wir hakten Anfang der Woche bei den heimischen Landtags- und Bundestagsabgeordneten nach. Einzig Jörg Bode und sein FDP-Kollege Hermann Grupe reagierten - und zwar mit einer Anfrage an die Landesregierung. In dieser heißt es, unzensiert und unkommentiert: 

Kleine Anfrage zur kurzfristigen schriftlichen Beantwortung gemäß § 46 Abs. 2 GO LT
Abgeordnete Jörg Bode und Hermann Grupe (FDP)

Ist im Neubaugebiet „Regeberg“ ein Wolf unterwegs?

Anfrage der Abgeordneten Jörg Bode und Hermann Grupe (FDP) an die Landesregierung, eingegangen am 06.11.2019

Am 01.11.2019 berichtete Celleheute, dass mindestens ein Wolf in unmittelbarer Nähe des neuen Wohngebiets „Regeberg“ für Unruhe sorge. Die Anfragen von Celleheute bei dem Umweltministerium, bei der Landesjägerschaft Niedersachsen und bei der Bundeswehr seien bislang nicht beantwortet worden.

  1. Wie bewertet die Landesregierung die Situation, dass Wölfe in Wohngebieten gesichtet wurden und demnach den Militärzaun überwunden haben?

  2. Was unternimmt die Landesregierung, um solche Vorfälle zukünftig zu vermeiden, insbesondere im Hinblick auf das neue Wohngebiet?

  3. Warum gab es bislang keine Rückmeldung auf die Anfrage von Celleheute, um die Transparenz für die Öffentlichkeit zu gewährleisten?
     

CHRONIK: 

CELLEHEUTE fragte am 29.10.2019 Bundeswehr Wietzenbruch, Stadt Celle, Nds. Umweltministerium, Landesjägerschaft, Wolfsberater:

Auf dem Fliegerhorst Wietzenbruch sei nach unseren Informationen mehrfach ein oder mehrere Wölfe gesichtet worden, der/die sich bereits unter den Zaun gegraben haben soll/en (ein Schild würde darauf hinweisen). Gleichzeitig soll in unmittelbarer Nähe ein neues Wohngebiet entstehen. 

1. Ist Ihnen die Situation bekannt? Wie bewerten Sie diese?

2. Ist ein Foto vom mutmaßlich beschädigten Zaun samt Schild möglich? (Zusendung oder durch uns)

(Wir möchten darauf hinweisen, dass wir als offensichtlich einziges Medium bisher keine „Wolfspanik“ geschürt haben, sondern stets nach aktuellem Sachstand berichtet und auch von „Unfallmeldungen“ mit Wölfen absehen. Über getötetes Wild berichten wir und andere seriöse Medien schließlich auch nicht).

CELLEHEUTE stellte am 31.10. dieselbe Anfrage an das für den Celler Standort zuständige Verteidigungsministerium.

CELLEHEUTE fragte am 1.11.2019 die heimischen Landtags- und Bundestagsabgeordneten:

"Wir finden es befremdlich, dass auf diese Anfrage vom Dienstag weder die Bundeswehr noch das Ministerium noch die Landesjägerschaft wenigstens einen „Eingangsvermerk“ bestätigt, geschweige denn antwortet. Gibt es da etwas zu verheimlichen?"

https://celleheute.de/bundeswehr-warnt-wolf-im-neubaugebiet-unterwegs


Inzwischen antwortete immerhin die Landesjägerschaft kurz und knapp: "Die Bundeswehr selbst informiert uns nicht über deren Wolfsereignisse."

Die Antwort auf die Anfrage der FDP soll "laut Geschäftsordnung in spätestens 14 Tagen da sein", so Bode. Ob diese Vorgabe bekannt ist, ist fraglich, denn Behörden und politische Vertreter sind auch verpflichtet, der Presse Auskunft zu erteilen - nicht nur im Wahlkampf.