OLDENDORF. Unter dem Motto „Wohin soll der Weg gehen“ zogen die FDP-Kreistagsfraktion und der FDP-Kreisverband in Celle ihre Mandatsträger zu einem Mandatsträgertreffen im Gutshof im Örtzetal in Oldendorf in der Südheide bei einer Klausur zusammen. Gemeinsam eröffneten Jutta Krumbach, Fraktionsvorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion, und Robert Kudrass, FDP-Kreisvorsitzender, die Klausur der Freien Demokraten. Nach Berichten aus den einzelnen Fraktionen, Orts-, Gemeinde- und Stadträten, die die bisherige und aktuelle Arbeit vor Ort widerspiegelten, kristallisierten sich in intensiven Arbeitsschritten wichtige Zukunftsthemen heraus.

„Neben den Themen Infrastruktur, Breitbandausbau, Mobilfunknetz, regionales Raumordnungsprogramm, Naturschutz sowie innere Sicherheit lag das besondere Augenmerk auch auf sozialpolitischen Themen, wie z. B. die derzeitige Schulsituation mit der desolaten Lehrerversorgung, die schlechte Sprachentwicklung bei unseren Kindern und der ‚Zwangsverkammerung‘ des Pflegepersonals. In Niedersachsen fährt die große Koalition die Sprachförderung in den Kindertagesstätten zurück. Und das, obwohl über 40 % aller Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen eklatante Sprachprobleme haben. Erschreckend hierbei ist der außerordentliche große Anteil an deutschen Kindern ohne Migrationshintergrund“ so die FDP in einer Pressemitteilung zu der Klausur.

„Das wird große gesellschaftliche Probleme mit sich bringen, deren Auswirkungen auf unser gesellschaftliches Leben noch in keinster Weise abzusehen sind“, konstatiert der FDP-Landtagsabgeordnete Jörg Bode. Steffen Wienecke aus Vorwerk kritisierte, dass „Grundschulen bei den Grundschülern heutzutage eher Defizite entwickeln, die dann auf den weiterführenden Schulen Probleme mit sich bringen“. Respekt vor anderen und eine gesunde Arbeitsmoral blieben dabei zu Lasten von „Kuschelpädagogik auf der Strecke“. Hier müsse ein Umdenken einsetzen, um das  „An die Wand fahren“ der Bildung zu stoppen.

Auch die „zwingend nötige Digitalisierung von Schulen“ wirft aus Sicht der FDP Probleme auf und stelle Schulen, Schulträger und alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Auch die Frage der Umsetzung, wenn denn dereinst alle Schulen ausreichend mit Hardware versorgt sind, bleibe weitestgehend ungeklärt. Seien doch die Lehrkräfte aufgrund der mangelhaften Lehrerversorgung in Niedersachsen bereits ohne weitere und zusätzliche Aufgaben am Rande ihrer Leistungsfähigkeiten. Auch die Ausbildungsbetriebe blieben hinter ihren Kapazitäten zurück. Der Fachkräftemangel werde sich weiter verschärfen, da die berufliche Ausbildung weniger attraktiv sei als ein Studium. Bode fordert mit Blick auf die Situation der Betriebe: „Die berufliche Ausbildung muss aufgewertet werden. Sie muss zukünftig so attraktiv gestaltet sein, wie es das Studieren ist, um dem Fachkräftemangel nachhaltig entgegen zu wirken.“

Dr. Harten Voss, umweltpolitischer Sprecher der FDP-Kreistagsfraktion und Mitglied im Rat der Gemeinde Südheide macht die immense Wichtigkeit von Zusammenarbeit von Gemeinden und Städten deutlich: „Wir haben landkreisweit, und natürlich auch darüber hinaus, viele gemeinsame Probleme, wie z. B. Natura 2000, die Wasserentnahmen aus unseren Grundwasserreservoiren (z. B. Fuhrberger Feld), die ungeklärte Nitratbelastung des Grundwassers, oder auch die Salzfahne die der Kaliberg in Wathlingen auslöst. All diese Probleme und Umweltbelastungen machen nicht an Gemeindegrenzen und auch nicht an den Landkreisgrenzen halt. Zusammenarbeit und Blicke über den eigenen Tellerrand sind für unsere Zukunft unerlässlich.“

Auch, dass die Landkreisverwaltung mit dem Entwurf zur „NSGVO (Naturschutzgebiet-Verordnung) Allertal“ weit über das Ziel hinaus schieße, ist für die FDP-Kommunalpolitiker nicht zu akzeptieren. Grundsätzlich sind nach Meinung der FDP-Mandatsträger die Ziele der EU-Vorgaben mit der Ausweisung von Landschaftsschutzgebieten auch im Landkreis Celle gut zu erreichen. Naherholung, Tourismus und Wirtschaft sollten im Rahmen der FFH-Richtlinie weiter möglich sein. Hier werde die FDP-Kreistagsfraktion in Zusammenarbeit mit den Gruppenpartnern im Kreistag ein Umdenken der Verwaltung einfordern.



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