CELLE. Während des Nordwall-Umbaus in Celle ist die Schuhstraße in der Altstadt geöffnet worden. Doch nicht nur Rettungswagen und Feuerwehr werden durch Falschparker behindert (CELLEHEUTE berichtete), auch der dadurch entstandene Verkehr sei zu einer großen Belastung für die Anwohner geworden, erklärt Thomas Kersting, Geschäftsführer der Kersting GmbH & Co. KG und langjähriger Anwohner der Schuhstraße.

„Die Schuhstraße muss immer häufiger als Notlösung herhalten. Die Anwohner sind dadurch einer großen Belastung ausgesetzt. Ich kann verstehen, dass die Straße tagsüber für den Verkehr freigehalten werden muss, solange der Nordwall gesperrt ist, aber nachts wird es unerträglich“, beschreibt Kersting die Situation. Laut aufgedrehte Musik im Wagen und das Aufheulen in den unteren Gängen würden in der Nacht zu einer weiteren unnötigen Lärmbelastung führen.

Schon bei Sanierungsarbeiten der Hehlentorstraße musste die Schuhstraße einen Teil des Verkehrs auffangen. Und auch bei den Planungen zum Weihnachtsmarkt soll die Straße weiter beansprucht werden – der Wochenmarkt soll dorthin ausweichen. Auf Nachfrage von CELLEHEUTE am Montag vor zehn Tagen hieß es aus der Stadtverwaltung: „Leider erreiche ich zurzeit niemanden, der mir eine Antwort auf Ihre Frage geben kann.“ Daran hat sich bis heute offenbar nichts geändert.

Der in der Schuhstraße aufgewachsene Geschäftsführer betont, dass das Leben in der Altstadt für ihn große Vorteile hat, die er zu schätzen weiß: „Man bekommt mehr vom Leben mit und ist immer nah am Geschehen. Es ist klar, dass man dabei einer gewissen Geräuschkulisse durch die anliegenden Bars und Restaurants ausgesetzt ist – damit habe ich überhaupt kein Problem. Was durch diese Maßnahme hinzukommt, ist jedoch wirklich zu viel“. Die Innenstadt soll belebt und bewohnt sein, doch die Wohnqualität habe abgenommen.

Die betroffene Straße gilt als verkehrsberuhigter Bereich und ist werktags von 20 Uhr bis 05:30 Uhr morgens nur für den Lieferverkehr und Einsatzfahrzeuge freigegeben – sonntags und feiertags gilt dies für den gesamten Tag. Zudem wurden zu Beginn der Nordwall-Umbauten Halteverbotsschilder aufgestellt, um entgegenkommende Radfahrer zu schützen. Die Beschilderung werde aber nahezu durchgehend ignoriert – Raser und Falschparker seien keine Seltenheit. Das sei ebenso für die anliegenden Geschäfte schädigend.

Die Ordnungsdienste der Stadt und der Polizei seien im Einsatz, Kersting wünscht sich aber eine präventive Maßnahme: „Mich ärgert, dass man die Situation hinnimmt und nichts getan wird. Ich habe bereits ein verständnisvolles Gespräch bei der Stadt geführt, nur ist seitens der Verwaltung keine Abhilfe in Sicht“.

Konkret erhofft sich Kersting, dass der Poller ab 20 Uhr und sonntags ausgefahren wird. Für die Einsatzkräfte hat er auch einen Lösungsvorschlag parat: die Baustelle am Nordwall ließe sich so einrichten, dass Rettungswagen und Feuerwehr nachts, wenn die Baustelle nicht aktiv ist, diese durchfahren können. Parkmöglichkeiten seien mit dem Schützenplatz und den umliegenden Parkhäusern genug vorhanden.

 

„Rettungsgasse Schuhstraße“ – durch Falschparker und künftig Wochenmarkt blockiert?





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