CELLE. Oft, immer noch zu oft, heißt es in Polizeiberichten: „Vermutlich wegen nicht angepasster Geschwindigkeit verlor der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und …“. 131 Verkehrsunfälle registrierte die Polizei 2017 wegen überhöhter Geschwindigkeit. Die meisten davon geschahen auf den Landstraßen des Landkreises. „131, das ist immer noch eine hohe Zahl, aber die konsequente Arbeit von Landkreis Celle, Straßenbehörden und Polizei am Thema Verkehrssicherheit, tragen Früchte. So sind die Zahlen in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen. Sie lagen 2013 noch bei 181 und habe sich langsam, wenn auch mit Schwankungen verringert“, heißt es aus der Kreisverwaltung.

„Das Rezept gegen Raser ist eine Mischung aus Kontrolle und dem Ausbau der Sicherheitsstruktur“, erklärt Bernd Janz, Leiter des Straßenverkehrsamtes beim Landkreis. Insgesamt habe der Landkreis 2016 rund 47.000 Autofahrer beim zu schnellen Fahren ertappt. Rund 2,1 Millionen Euro wurden eingenommen. Allerdings sei das keine Haupteinnahmequelle für den Kreis, sondern geschehe vor allem unter dem Sicherheitsaspekt. Denn alleine das Personal, ein Team von 14 Personen, koste im Jahr rund 960.000 Euro. Dazu kommen die Kosten, um stationäre Messpunkte einzurichten, Geräte anzuschaffen oder veraltete Technik zu ersetzen. Die belaufen sich laut Kreisverwaltung im Jahr noch einmal auf rund 70.000 Euro. „Bei einem Haushalt des Kreises mit Einnahmen von über 300 Millionen Euro sind die Einnahmen aus diesem Bereich vergleichsweise gering“, so die Kreisverwaltung.

Zudem werde auf den Straßen weiter in die Sicherheit investiert. Durch die Unfallkommission, in der neben dem Landkreis Celle unter anderem die Polizei und die Straßenbaubehörden einen Sitz haben, wurden zum Beispiel kräftig in Leitplanken investiert, die im Ernstfall verhindern, dass ein Auto in den Seitenraum gerät. „Auf Bundes- und Landesstraßen wurden 2017 etwa 1,1 Millionen Euro für Leitplanken ausgegeben“, sagt Thorsten Wallheinke, der neue Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizei Celle. Auch Messpunkte würden dabei nicht willkürlich gewählt, sondern durch die Verkehrsunfallkommission festgelegt. Im Fokus stünden Unfallschwer- und Gefahrenpunkte. Diese legt die Kommission anhand der erhobenen Daten der Unfallstatistik fest. Neben den Gefahrenpunkten werde auch im direkten Umfeld von Schulen und Kindergärten und verstärkt zum Schuljahresbeginn an den Grundschulen kontrolliert. Hier gibt es jährlich um die 150 Messungen.

Änderungen der Messpunkte ergeben sich laut Wallheinke mitunter durch neue Erkenntnisse oder Messwünsche von Bürgern. Diese würden nach Abstimmung mit der Polizeiund im Stadtgebiet mit der Stadt Celle umgesetzt. „Die Unfallzahlen nehmen an den bereits festgestellten Unfallschwerpunkten deutlich ab“, sagt Bernd Janz.

Der Landkreis Celle hat neben drei mobilen Messeinrichtungen neun Geschwindigkeitsmessanlagen und zwei Rotlichtblitzer. An welchen Orten die mobilen Messungen geplant sind, erfahren Interessierte jede Woche auf der Homepage des Landkreises Celle und in den örtlichen Medien – auf www.celleheute.de jeden Donnerstag unter BlitzerHeute.

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