BERLIN/CELLE. Wer kennt das nicht – kaum hat der Zahnarzt mit der Untersuchung begonnen, ruft er seiner Assistentin Zahlen und-Buchstabenkennzeichnungen zu: „Zwei vier kariös, drei fehlt“. Was sich für den Patienten verwirrend anhört, ist im Prinzip nichts anderes als ein Zahnschema, mit dem alle Zähne des Gebisses entsprechend dem gesundheitlichen Zustand erfasst und katalogisiert werden. Das hört sich kompliziert an, ist es aber eigentlich gar nicht.

Wie sieht das Zahnschema bei einem Erwachsenen aus?
Bei einem erwachsenen Menschen besteht ein Zahnschema, das auch als Gebissschema bezeichnet wird, im Normalfall aus 32 Zähnen. Dabei befinden sich jeweils 16 Zähne im oberen und ebenso viele im unteren Kieferbereich. Nach dem in Deutschland verwendeten Zahnschema der Federation Dentaire Internationale (FDI) muss jeder Zahn eine Codenummer erhalten. Dabei werden Unter-sowie Oberkiefer in vier Quadranten eingeteilt. So werden aus der Perspektive des Patienten gesehen folgende Gebiss-Quadranten unterschieden, wobei die Zählung am mittleren Schneidezahn aus Patientensicht gegen den Uhrzeiger beginnt:

1. die Zähne, die sich im rechten oberen Viertel befinden erhalten die Kennziffer 1;
2. die Zähne des oberen linken Quadraten haben den Code 2;
3. das linke, untere Viertel des Unterkiefers wird als Ziffer 3 bezeichnet;
4. der rechte Quadrant des Unterkiefers wird als Ziffer 4 bezeichnet.

Für den oben erwähnten Zustandsbericht „Zwei vier kariös, drei fehlt“ bedeutet das – der zweite Backenzahn im rechten Oberkiefer hat Karies und der dritte Backenzahn fehlt.

Dokumentation
Der Zustand der einzelnen Zähne wird in der Patientenakte nach dem Zahnschema dokumentiert. Auch hier werden Codierungen (meist Buchstaben) verwendet. So wird ein kariöser Zahn mit dem Buchstaben „c“, ein fehlender Zahn mit „f“ und eine Zahnkrone mit dem Buchstaben „k“ gekennzeichnet. Auch andere Besonderheiten, die den Zustand des Zahnes betreffen, werden protokolliert. Dabei verwendet der Zahnmediziner bei der Dokumentation in der Regel lateinische Ausdrücke wie:
# okklusal = in Richtung Kauffläche
# zervikal = den Zahnhals betreffend
# mesial = eine Füllung ist mesial, wenn sie der Kiefermitte zugewandt ist (distal von der Körpermitte weg)
Diese Codierungen sind standardisiert und werden somit auch beim sogenannten Heil-und Kostenplan verwendet, der an die jeweilige Krankenkasse übermittelt wird. Ein Zahnschema ist auch nach der Untersuchung auf lange Sicht sinnvoll. Das Zahnschema unterstützt den Zahnarzt oder Kieferorthopäden bei der Präparation der Zahnspangen, damit Zahnlücken geschlossen werden können und alle Zähne gerade stehen.

Fazit: Bei Unklarheiten einfach nachfragen
Bestehen Unklarheiten hinsichtlich einiger Ausdrücke, so ist jeder Zahnarzt gerne bereit, die medizinischen Fachausdrücke zu erklären. Schließlich soll ein Besuch beim Zahnarzt nicht verwirren, sondern soll insbesondere das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Zahnarzt stärken.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Zahnarztpraxis Dr. Seidel, Kleinmachnow

 

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